Vor der Bluttat in der ZKB hat der Täter einen Abschiedsbrief verfasst, der allerdings kaum auf ein Motiv schliessen liess. Das Magazin "10vor10" von SF DRS präsentierte einen nachgestellten Brief, ohne ihn als solchen zu deklarieren. Die Kamera streicht über handgeschriebene Zeilen, in denen einzelne Worte -- etwa ZKB -- erkennbar sind. Das Publikum der "10vor10"-Sendung vom Dienstag erhält den Eindruck, die Redaktion verfüge über eine Kopie jenes Schreibens, welches der 56-jährige Banker verfasst hatte, bevor er am Tag zuvor in der ZKB-Filiale am Zürcher Tessinerplatz zwei Vorgesetzte erschoss.
Tatsächlich war der Brief von der Redaktion selbst verfasst worden, bestätigte SF-DRS-Chefredaktor Ueli Haldimann einen Bericht der SonntagsZeitung. "Ein stümperhafter Fehler", kritisierte Haldimann gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Eine solche Darstellung verstosse gegen die Richtlinien des Schweizer Fernsehens. Es sei durchaus zulässig, einen Vorgang zu inszenieren, sagte Haldimann. Allerdings nur mit Deklaration: Die entsprechenden Bilder müssten deutlich als Inszenierung gekennzeichnet werden. Er werde die Angelegenheit untersuchen, sobald er von seinem momentanen Auslandaufenthalt zurück sei, sagte er.
'Ärgerlicher, bedauerlicher Fehler'