Viele Mitarbeiter der NZZ reagieren mit Unverständnis auf die geplante Schliessung der Druckerei in Schlieren. Wie persoenlich.com bereits am Mittwoch berichtet hatte, startete die Belegschaft daher eine Unterschriftensammlung.
Auch Syndicom sammelt Unterschriften
Auf Anfrage von persoenlich.com bestätigt Personalkommissions-Präsidentin Brigitte Hürlimann am Donnerstag das Vorhaben: «Seit ein paar Tagen kursieren Unterschriftenbögen in allen Abteilungen. Die Aktion läuft unabhängig von den Bemühungen der beiden Arbeitnehmerkommissionen und ist ein Engagement der Belegschaft», sagt sie. So sei auch die Gewerkschaft Syndicom bereits am Sammeln von Unterschriften. Das Ziel ist klar: «Wir wollen die Schliessung verhindern. Zu einem Zeitungsverlag gehört eine eigene Druckerei, sie ist unser Herzstück», begründet Hürlimann die Aktion.
Zudem bestehe die Befürchtung, dass die heutige Printqualität der Neuen Zürcher Zeitung und der NZZ am Sonntag leiden würde, wenn künftig in einer fremden Druckerei mit anderen Maschinen gedruckt werde; der Schritt sei zudem auch betriebswirtschaftlich unnötig. Bislang seien gut 130 Unterschriften zusammengekommen, so Hürlimann.
Schliessung sei unumgänglich
Die Unternehmensleitung, die laut Aussage von Sprecherin Bettina Schibli bis am Mittwochabend noch nichts von der Sammelaktion wusste, sieht die Angelegenheit nach wie vor anders: «Die wirtschaftliche Logik des Schrittes ist offensichtlich».
Die NZZ-Unternehmensleitung versichert erneut, «sehr viele Möglichkeiten» geprüft zu haben. Man sehe «leider aber keine Alternative zur Schliessung in 2015». Dennoch sei es durchaus möglich, dass es im Konsultationsprozess mit den Arbeitnehmervertretern «andere, betriebswirtschaftlich sinnvolle, Ergebnisse geben wird». Das Verfahren dauert noch bis zum 9. Januar 2015. (as/nb/eh)