150-Jahr-Jubiläum mit farbigem Fest gefeiert

"SN" - Branche trifft sich in Schaffhausen.

Mit einem Festakt im Stadttheater haben die "Schaffhauser Nachrichten" am Freitagabend ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Pünktlich zu diesem Anlass lanciert die Zeitung ein neues Angebot: eine Sonntagszeitung für das iPad (persoenlich.com berichtete).

Die Printausgabe der Regionalzeitung erscheint in einer Auflage von gut 22'000 Exemplaren im Verlag Meier + Cie AG. Die Aktienmehrheit hält eine 1972 gegründete Stiftung. Diese nennt als Zweck "die Erhaltung der finanziellen und geistigen Selbständigkeit des Unternehmens, insbesondere der Schaffhauser Nachrichten". So ist es der Zeitung bis heute gelungen, ihre Eigenständigkeit zu behaupten. Allerdings beteiligen sich die "Schaffhauser Nachrichten" im Werbemarkt und redaktionell am Verbund mit den vier Zürcher Regionalzeitungen, die teilweise oder ganz dem Medienkonzern Tamedia gehören. Für die Ressorts Ausland, Inland, Wirtschaft und Vermischtes übernehmen die "Schaffhauser Nachrichten" Teile der Mantelberichterstattung des Verbundes. Die redaktionelle Gesamtverantwortung liegt jedoch beim Redaktionsteam in Schaffhausen, das entsprechend der redaktionellen Linie gewichtet und kommentiert.

Intelligenzblatt fürs iPad

Die erste Probenummer des "Schaffhauser Intelligenzblatt" erschien am 17. Dezember 1861. Seit 1940 heisst die Zeitung "Schaffhauser Nachrichten". Die Bezeichnung "Intelligenzblatt" führt sie bis heute im Untertitel. "Intelligenz" steht jedoch nicht für besondere intellektuelle Anforderungen, die das Blatt an seine Leser stellt. Im Namen einer Publikation bedeutet es einfach "Nachricht" oder "Information". Als "entschieden freisinnig" bezeichnete das Blatt seine politische Position, was damals als Kampfansage an die liberal-konservativen Protestanten und den in Traditionen verharrenden Stadtadel zu verstehen war, wie Eduard Joos in einem Überblick über die 150-jährige Zeitungsgeschichte schreibt. Dementsprechend stieg der erste Redaktor, Rudolf Bodmer, nach 82 Nummern wieder aus. Der zugezogene Zeitungsmacher hatte sich innerhalb kürzester Zeit mit der Schaffhauser Prominenz verkracht.

Carl-Oechslin Stiftung sorg für Kontinuität

Bis 1903 wechselte die politische Position zwischen radikal-demokratisch und liberal-konservativ. Von 1904 bis 1952 waren die "Schaffhauser Nachrichten" Organ der Freisinnig-demokratischen Partei, seitdem bezeichnen sie sich selbst als "bürgerlich/unabhängig/liberal". Die "Meierei", wie man die Verlegerdynastie nannte, in deren Händen die Zeitung bis 1971 blieb, gründete 1873 Heinrich Meier-Spaar. Letzter Vertreter der Familie war Carl Oechslin, der von 1954 bis 1971 Chefredakteur war. Für Kontinuität im Sinne der Familie sorgt seitdem die Carl-Oechslin Stiftung, aber auch der heutige Chefredaktor Norbert Neininger, der 1977 zur den "Schaffhauser Nachrichten" kam. 1994 übernahm er die Chefredaktion. Zum Jubiläum blickt man in Schaffhausen jedoch auch in die Zukunft. So schenkt sich die Zeitung zum 150. Geburtstag eine digitale Sonntagsausgabe für das iPad. Damit wolle das Medienhaus Meier + Cie AG weitere Erfahrungen im zukunftsträchtigen Bereich der elektronischen Medien sammeln, teilte das Unternehmen dazu mit. (sda)