17.7 Mio. Franken Konzernverlust

Tamedia - Einmalige Aufwendungen sowie Umsatzrückgang von 11.2 Prozent.

Tamedia erzielte im Jahr 2003 einen Umsatz (Betriebsertrag) von 568.9 Mio. Franken, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem konjunkturbedingten Rückgang um 71.4 Mio. Franken oder 11.2 Prozent. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich um 61.4 Prozent auf 27.7 Mio. Franken. Die EBITDA-Marge fiel entsprechend von 11.2 auf 4.9 Prozent. Die Abschreibungen beliefen sich auf 68.3 Mio. Franken. Darin enthalten sind Abschreibungen auf Goodwill von gesamthaft 15.5 Mio. Franken bei Radio Basilisk und Radio 24 sowie eine Wertkorrektur auf den nichtbetrieblichen Liegenschaften im Umfang von 1.5 Mio. Franken.

Das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich um 58.2 Mio. Franken auf –40.7 Mio. Franken. Im Zusammenhang mit den Restrukturierungen fielen Kosten von 29.9 Mio. Franken an. Allein für die Sozialpläne wurden 24.4 Mio. Franken zurückgestellt. Insgesamt beliefen sich die einmaligen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2003 auf 57.2 Mio. Franken.

Das Konzernergebnis der weitergeführten Bereiche nahm um 39.1 Mio. Franken auf –18.9 Mio. Franken ab. Die Auflösung von nicht mehr notwendigen Rückstellungen von 1.2 Mio. Franken im Zusammenhang mit der Schliessung von TV3 wirkte sich leicht positiv auf das Konzernergebnis aus. Es beläuft sich auf –17.7 Mio. Franken gegenüber 35.6 Mio. Franken im letzten Jahr.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung einen Dividendenverzicht.

Zeitungsabteilung leidet am meisten

Den stärksten absoluten Rückgang wies auch 2003 das Geschäftsfeld "Zeitungen" auf. Der Umsatz nahm um 14.4 Prozent auf 343.4 Mio. Franken ab. Rund die Hälfte des Rückgangs von 57.8 Mio. Franken ist auf Einbussen im Geschäft mit Stellenanzeigen zurückzuführen. Der EBITDA reduzierte sich um 45.5 Prozent auf rund 49 Mio. Franken. Damit sank die Marge im Vergleich zum Vorjahr von 22.4 auf 14.3 Prozent. Der EBIT verminderte sich um 66.4 Prozent auf 22 Mio. Franken.

Im Bereich "Zeitschriften" führten geringere Werbeeinnahmen zu einem Umsatzrückgang um 10.7 Prozent auf 97.9 Mio. Franken. Der EBITDA belief sich auf –3.3 Mio. Franken, was gegenüber dem Vorjahr einer leichten Verbesserung um 1.2 Mio. Franken entspricht. Auch der EBIT konnte um 1 Mio. Franken gesteigert werden und beläuft sich im Geschäftsjahr 2003 auf –8.8 Mio. Franken.

Im Bereich "Elektronische Medien" stieg der Umsatz um 3.3 Prozent auf 46 Mio. Franken. Radio Basilisk war erstmals während zwölf Monaten im Abschluss enthalten, nachdem im Vorjahr lediglich die Periode vom September bis Dezember in die Rechnung eingeflossen war. Die Filmproduktionsfirma Condor wurde im Berichtsjahr auch buchhalterisch im Bereich "Elektronische Medien" geführt. Operativ hat der Bereich im vergangenen Jahr Fortschritte erzielt und der EBITDA verbesserte sich um 5.3 Mio. Franken auf –7.1 Mio. Franken. Aufgrund der Abschreibungen auf Goodwill bei Radio 24 und Radio Basilisk im Umfang von 15.5 Mio. Franken reduzierte sich der EBIT gegenüber dem Vorjahr deutlich von –23.3 Mio. Franken auf –34.6 Mio. Franken.

Der Bereich "Services" wies im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem aufgrund tieferer Druckvolumina einen Umsatzrückgang um 3.9 Prozent auf 81.6 Mio. Franken aus. Der EBITDA reduzierte sich deutlich auf –11 Mio. Franken. Auch der EBIT sank auf –19.2 Mio. Franken.

Eigenfinanzierungsgrad bleibt hoch

Die Bilanzsumme nahm im Berichtsjahr um 7.3 Prozent auf 594.7 Mio. Franken ab. Das Eigenkapital sank um 9.1 Prozent auf 318.7 Mio. Franken. Der im Geschäftsjahr 2003 ausgewiesene Eigenfinanzierungsgrad beträgt neu 53.6 Prozent, gegenüber 54.7 Prozent im Vorjahr.

Noch keine Trendwende in Sicht

Wie die Tamedia in einem Ausblick weiter meldet, ist nach den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres weder bei den kommerziellen Inseraten noch bei den Stellenanzeigen eine Wende zum Besseren eingetreten. Die Tamedia geht demnach, trotz der prognostizierten konjunkturellen Erholung, nicht von einer Verbesserung im Werbemarkt aus und erhofft sich von den Restrukturierungen im 2003 positive Auswirkungen auf die Zahlen im 2004.