«Filmst du gerne, du liebts es, Videos zu produzieren und weisst, was in deiner Region läuft? Dann werde Video-Scout für ‹20 Minuten›.» So lautete der Aufruf in der Montagsausgabe von «20 Minuten». Im Pitch-Verfahren werde die Redaktion die besten Ideen auswählen, «dann gehts los für dich: Du filmst und schneidest dein Material in deiner Freizeit zu einem fixfertigen Video». Mit einer eigens entwickelten App könne das Video übermittelt werden.
Was steckt dahinter? Fehlt es «20 Minuten» an Personal für den zunehmenden Bedarf an Bewegtbild? «Die Video-Scouts sollen unsere Videojournalisten ergänzen und nicht ersetzen», so Tamedia-Sprecherin Nadja Naegeli auf Anfrage von persoenlich.com. «20 Minuten» investiere weiter in Bewegtbild und habe in den vergangenen Monaten das Videoteam unter der Leitung von Beat Krapf «personell deutlich aufgestockt». Dieses Videoteam sei inzwischen eines der grössten Ressorts der gesamten Redaktion von «20 Minuten». Konkret: Zwölf Personen sind in diesem Team, das vor allem grössere Produktionen betreut. Zudem sind sämtliche Redaktorinnen und Redaktoren von «20 Minuten» in der Lage, für ihre eigenen Ressorts News-Videos zu erstellen.
«Alltagsgeschichten aus der Region»
«20 Minuten» setzt bereits seit einiger Zeit auf Inhalte von Leserreportern – nicht nur auf Fotos, sondern auch auf Videos. «Sie sind aus dem Leben gegriffen und kommen bei den Nutzerinnen und Nutzern sehr gut an», so Naegeli. Diese Nähe zu den Lesern soll nun gestärkt werden. Dafür soll in der Deutschschweiz eine Community von Videos-Scouts aufgebaut werden, welche den Lokalredaktionen in Zürich, Bern, Basel, St. Gallen und Luzern selbständig Video-Storys anbieten.
«Bei den Video-Scouts handelt es sich um regelmässige Leserreporter, die kleine Alltagsgeschichten aus ihrer Region entdecken sollen, um sie der Redaktion vorzuschlagen», sagt Naegeli. Die jeweilige Lokalredaktion entscheide dann, ob eine Geschichte realisiert werde und vergebe schliesslich einen entsprechenden Auftrag an den Video-Scout. Alle Beiträge würden vor der Publikation von der Redaktion gesichtet, geprüft und einem Faktencheck unterzogen. «Inhaltlich erhoffen wir uns, dass unsere Video-Scouts Storys liefern, die sonst möglicherweise unentdeckt bleiben würden», so Naegeli.
Das Interesse ist gross
Zur Zeit läuft die Rekrutierungsphase. Ziel ist es, pro Regionen zwischen drei und fünf Videos-Scouts zu beschäftigen – sprich: es werden 15 bis 25 Video-Scouts gesucht. «Die Ausschreibung wurde von unseren Nutzerinnen und Nutzern äusserst positiv aufgenommen und wir haben bereits etwa 140 Bewerbungen erhalten», so Naegeli.
Nebst Ruhm lockt das Geld. «Alle deine publizierten Videos werden honoriert: Je besser diese performen, desto höher ist dein Lohn», heisst es im Aufruf. Zum Entlöhnungssystem gibt es erst vage Auskünfte: «Es ist klar, dass die Video-Scouts für ihre Beiträge neben einer fixen Pauschale pro Video auch eine Entschädigung je nach Performance des Videos erhalten. Wie genau dieses System aussehen wird, ist zurzeit jedoch noch offen.»
Klar ist jedoch: Bevor die Video-Scouts loslegen können, werden diese durch «20 Minuten» ausgebildet und danach «ständig betreut».