20 Minuten vorzeitig ganz übernommen

Tamedia - Martin Kall amtet als Verwaltungsrats-Präsident.

Die Tamedia-Tochter Express Zeitung AG übernimmt die verbleibenden 50.5 Prozent der 20 Minuten (Schweiz) AG vorzeitig und rückwirkend auf den 1. Januar 2005. Bis Ende 2004 war die Express Zeitung AG mit 49.5 Prozent beteiligt. Der ursprüngliche Vertrag sah die Übernahme der verbleibenden Aktien in zwei weiteren Schritten bis Ende 2006 vor.

Nachdem die Mehrheitseigentümer der 20 Min Holding AG und Tamedia in den vergangenen 18 Monaten gemeinsam wesentliche Schritte zur Weiterentwicklung von 20 Minuten unternommen und die Strategie sowie den Businessplan für die kommenden Jahre verabschiedet hätten, seien die beiden Parteien übereingekommen, die Transaktion vorzeitig zu vollziehen, heisst es in einer Begründung. Tamedia werde 20 Minuten auch künftig eigenständig führen. Eine Beteiligung der Berner Zeitung AG an der Express Zeitung AG im Umfang von 17.5 Prozent sei weiterhin geplant. Der Entscheid der Rekurskommission der Wettbewerbskommission steht aber noch aus.

Die bisherige Mehrheitsaktionärin der 20 Min Holding AG, Schibsted, werde sich künftig vollumfänglich auf den Ausbau der 20 Minuten-Aktivitäten in Europa konzentrieren, wie es weiter heisst. Beide Verlage hätten sich verständigt, ihre Erfahrungen im Pendlerzeitungsmarkt auch künftig auszutauschen. Zudem prüften Schibsted und Tamedia mögliche Kooperationen in anderen Projekten.

Im Verwaltungsrat der 20 Minuten (Schweiz) AG sind künftig Martin Kall als Verwaltungsrats-Präsident vertreten sowie Christoph Tonini (Leiter Finanzen & Services) und Jürg Brauchli (Leiter Zeitungen), dessen Bereich die Aktivitäten von 20 Minuten organisatorisch angegliedert werden. Die Gesamtleitung der 20 Minuten (Schweiz) AG verbleibt bei Geschäftsleiter Rolf Bollmann.