2003 bringt keine Trendwende in der Druckindustrie

Viscom - Aufträge wandern vermehrt ins Ausland ab.

Die Druckindustrie in der Schweiz hat 2003 erneut einen Umsatzrückgang erlitten. Zwischen Aus- und Einfuhren von Druckerzeugnissen öffnet sich die Schere weiter. Die Branche kämpft mit Überkapazitäten von rund 20 Prozent. Der Umsatz in der grafischen Industrie sank im vergangenen Jahr um 3.1 Prozent auf 6.2 Mrd. Franken, wie der Schweizerische Verband für visuelle Kommunikation (Viscom) am Freitag mitteilte. Der seit zehn Jahren rückläufige Umsatztrend konnte damit nicht gebremst werden. 1994 hatte der Branchenumsatz noch 6.9 Mrd. Franken betragen.

Kein Kostenproblem

Auch im vergangenen Jahr vertiefte sich der Graben zwischen Ein- und Ausfuhren. Die Einfuhren stiegen auf 1.85 Mrd. Franken (+ 2.2 Prozent), während die Ausfuhren um 7.7 Prozent auf 584 Mio. Franken einbrachen. Wie Viscom-Direktor Hans-Ulrich Bigler auf Anfrage sagte, drängen immer mehr ausländische Betriebe auf den Schweizer Markt. Mit den heutigen Kommunikationsmitteln sei es problemlos, einen Auftrag ins Ausland zu vergeben. Die Produktionskosten in der Schweiz würden dabei aber nicht das primäre Problem darstellen, sagte Bigler.

Verdrängungswettbewerb

Auf diese Entwicklung müssten die Schweizer Druckereien mit Dienstleistungen antworten. Vermehrt würden Generalunternehmer nachgefragt. Den Schweizer Betrieben stünden mit Ausdehnung der Angebotspalette auch ausländische Absatzmärkte offen, sagte Bigler. In den nächsten fünf bis zehn Jahren gehe der Verdrängungswettbewerb weiter. Der europäische Dachverband Intergraf rechnet mit Überkapazitäten in der Branche von 30 Prozent, laut Bigler liege dieser Wert in der Schweiz bei rund 20 Prozent.

Kurzfristig kämpft Bigler aber an einer anderen Front. Er sei besorgt bezüglich der laufenden GAV-Verhandlung in Druckindustrie. Am 30. April läuft der derzeitive GAV aus. In der kommenden Woche findet eine Doppelrunde statt, ein weiteres Treffen ist für den 29. April geplant. Bigler hofft, mit den Sozialpartnern eine Einigung zu erzielen.

Tiefe Auslastung