Seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei sind 23 Journalisten verhaftet worden. Die Zeitung "Cumhuriyet" berichtete am Montag von sechs neuen Haftbefehlen. Bereits am Freitag hatte ein Gericht 17 Anträgen auf Untersuchungshaft stattgegeben. N
ach Angaben des Türkei-Experten von "Reporter ohne Grenzen", Erol Önderoglu, arbeiten die meisten der Journalisten für Medien, die der Bewegung um den Prediger Fethullah Gülen nahestehen. Die türkische Regierung macht den in den USA lebenden Gülen für den gescheiterten Putsch vom 15. Juli verantwortlich.
Unter den verhafteten Journalisten ist die prominente Regierungskritikerin Nazli Ilicak. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA sagte sie bei ihrer Vernehmung, sie habe keine Verbindung zu Gülen-Anhängern. Ilicak war Ende 2013 von der regierungsnahen Zeitung "Sabah" entlassen worden, als sie nach Korruptionsermittlungen den Rücktritt mehrerer Minister der Regierungspartei AKP forderte.
Die Regierung hält die damaligen Korruptionsermittlungen für ein Gülen-Komplott. (sda/dpa)