Die NZZ muss sparen und entlässt 29 ihrer knapp 550 Angestellten. Dies entspricht 24 Vollzeitstellen, wie die Zeitung in ihrer Ausgabe vom Mittwoch mitteilt. Von dieser Sparmassnahme sind alle Unternehmensbereiche betroffen. Die NZZ werde ihre Verantwortung aber wahrnehmen und für alle Betroffenen angemessene Unterstützung anbieten, schreiben CEO Albert P. Stäheli und Publizistik-Leiter Markus Spillmann in einem Artikel der "Neuen Zürcher Zeitung".
Korrespondenten-Netz betroffen
Sparen will das Traditionsblatt auch mit der Reduktion des Korrespondenten-Netzes in der Schweiz und im Ausland. In einigen Fällen würden Posten abgebaut, beziehungsweise personell reduziert. Dies geschehe hauptsächlich an Orten, wo bisher mehrere Vertretungen existiert hätten, schreibt Stäheli weiter. Betroffen seien Frankreich, Grossbritannien, die Benelux-Staaten, das südliche Afrika und Südosteuropa. Welche Korrespondenten-Stellen in der Schweiz von den Einsparungen betroffen sind, teilte die NZZ nicht mit. Die Verantwortlichen waren am Mittwoch ferienhalber nicht erreichbar. Die NZZ betont, dass der Anspruch auf eine adäquate Abdeckung des in- und ausländischen Geschehens in Politik, Wirtschaft und Kultur damit in keiner Weise aufgegeben werde.
Beilagen werden zusammengelegt
Nebst den Mitarbeitern werden auch die Leser die Sparmassnahmen zu spüren bekommen. So werden künftig die Beilagen "Mobil Digital" und "Reisen und Freizeit" zusammengelegt und neu am Freitag beigelegt statt wie bisher am Dienstag, beziehungsweise Donnerstag. Das bisher am Freitag beigelegte "Dossier" wird eingestellt. Schwerpunktthemen sollen künftig in den jeweiligen Ressorts behandelt werden. Die Medienseite wird neu dem Inland-Bund angegliedert. Die Beilage "Politische Literatur" wird neu im Samstags-Feuilleton untergebracht, die "Ökonomische Literatur" im Wirtschaftsbund. Verzichtet wird zudem auf die "NZZ kompakt"-Seite, welche das Wichtigste des Tages zusammenfasste.
Die Internationale Ausgabe der NZZ erfährt darüber hinaus keine weiteren Änderungen. Unverändert bleiben auch die "NZZ am Sonntag" sowie die Magazine "Folio", "Campus", "Z" und "Fokus". Als Grund für die Sparmassnahmen nennt die NZZ die Verwerfungen auf den internationalen Finanzmärkten und die stark abkühlende Wirtschaftslage. Obwohl das Unternehmen grundsolide finanziert bleibe, könne sich die NZZ den gegenwärtigen Marktentwicklungen nicht entziehen. Die Werbeumsätze seien in den letzten drei Monaten signifikant zurückgegangen. (sda)