Das junge Schweizer Fernsehen 3+ ist seit sechs Monaten auf Sendung. Die Zahlen, die 3+ jetzt veröffentlicht hat, lassen sich durchaus sehen. 3+ erreicht im Durchschnitt über 530000, in der Spitze über 750000 unterschiedliche Zuschauer pro Tag. Mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 2,8 Prozent in der Primetime (20:00-22:29 Uhr) erreichte 3+ im Februar den bisher besten Marktanteil seit Sendestart in der Zielgruppe der 15-49jährigen.
Der Schweizer Privatsender erfreut sich kontinuierlich steigende Zuschauerzahlen in allen Zeitblöcken. Massiv gesteigert hat sich 3+ in den vergangenen drei Monaten insbesondere auch am Vormittag und am Vorabend. Zwischen 6:00-9:00 Uhr stieg der Marktanteil um mehr als das Vierfache von 0,8 Prozent (November) auf 4,2 Prozent (Februar), in der Access Primetime von 17:00-20:00 Uhr um über 40 Prozent von 1,7 Prozent (November) auf 2,4 Prozent (Februar).
Höchstwerte in den ersten sechs Monaten erzielten neben der Erstausstrahlung von "Spider-Man 2" oder "James Bond 007 -- Goldeneye" auch Serien wie "C.S.I. Tatort Las Vegasoder "Bones Die Knochenjägerin" sowie die für den Prix Walo 2006 nominierte 3+ Eigenproduktion "Superstar".
"persoenlich.com" hat Dominik Kaiser, Geschäftsführer von 3+, zur Halbjahresbilanz befragt:
Dominik Kaiser, Ihre Halbjahresbilanz in Sachen Zuschauerzahlen fällt sehr positiv aus. Hat Sie Ihre Erwartungen übertroffen?
Dominik Kaiser, Ihre Halbjahresbilanz in Sachen Zuschauerzahlen fällt sehr positiv aus. Hat Sie Ihre Erwartungen übertroffen?
Die Zuschauerzahlen sind das eine, sieht die Bilanz bei den Werbeeinnahmen auch so rosig aus?
Bei den Einnahmen sind wir in etwa im Plan. Wie auch beim Businessplan als Ganzem. Das Buchungsverhalten ist jedoch sehr konservativ. Wir würden uns über etwas mehr Mut natürlich freuen, zumal unsere Leistungswerte sich sehen lassen können. Wir verfügen über gute Zuschauerzahlen und einen sehr kompetitiven und unterdessen auch stabilen und gut planbaren TKP.
Schreibt 3+ bereits schwarze Zahlen?
Geplant ist der Break Even bekanntlich im dritten Jahr. Aber wer weiss, vielleicht gibt es in dem Bereich eine positive Überraschung.
Bei 3+ war mit "Superstar" erst eine Eigenproduktion am Start. War das von Anfang an so geplant oder sind Sie auf unerwartete Probleme gestossen? Es gab ja immer wieder Medienberichte, wonach Ihnen Produktionsfirmen abgesprungen sein sollen.
Wir wollten Schritt für Schritt vorgehen und nichts überstürzen. Es macht für uns keinen Sinn, mehr als eine grosse Eigenproduktion gleichzeitig zu zeigen. Für jede Schweizer Produktion gibt es bei uns ein Pitch. Nur einer kann gewinnen. Das da mal der Eine oder Andere etwas traurig ist, wenn es nicht klappt, kann ich nachvollziehen. Für die kommenden Produktionen stehen die Produzenten fest. Gleichzeitig haben wir vor einem Monat mit grossem Erfolg die TV-Ansager wieder zurück auf den Bildschirm geholt. Promis wie Beat Schlatter, Jenny Ann Gerber oder Renzo Blumenthal präsentieren jeweils eine Woche lang, kurz vor 20:00 Uhr unser Programm.
Gibt es Lehren für künftige Produktionen, die Sie aus "Superstar gezogen haben?
Natürlich. Wenn man erfolgreich Fernsehen machen will muss man fortlaufend und möglichst schnell aus den Fehlern lernen. Bei Superstar wollten wir uns mit mehr Musik und weniger Glamour abheben. Mehr Boulevard hätte sicher noch besser funktioniert.
Sie setzen aber weiterhin vor allem auf Filme und Serien?
Unsere gegenwärtige Programmauswahl hängt mit den Bedürfnissen der Zuschauer zusammen. So kann gegenwärtig beobachten werden, dass bei allen Sendern Serien wie bspw. C.S.I. sehr erfolgreich sind. Es macht daher derzeit Sinn, ein grosses Angebot an Primetime-Serien zu bieten.
3+ hat mittlerweile 30 Mitarbeiter. In welchen Bereichen haben Sie am meisten neues Personal eingestellt?
Wir sind mit 20 Mitarbeitenden gestartet. Aufgestockt haben wir überall ein bisschen, vor allem aber im Programm. Gerade bei den Eigenproduktionen konnten wir mit Arne Kreutzfeldt einen erfahrenen Producer von Brainpool (Ladykracher, TV Total, Stromberg, Bachelor) weglocken und zum Umzug in die Schweizer bewegen. Er wird viel Schwung in diesen Bereich bringen und erste Ergebnisse wird man schon bald sehen.
Was nehmen Sie sich nun für das nächste halbe Jahr vor?
Weiter schrittweise, überlegt und stetig wachsen. Wir schliessen gerade zwei Pakete mit neuen Topserien, welche wir vor den Deutschen Sendern zeigen werden ab und arbeiten fleissig an den kommenden Schweizer Produktionen.