47 Mitarbeitern steht Kündigung ins Haus

"Computer Bild" - Produktion der drei betroffenen Titel sei trotzdem sichergestellt.

47 Mitarbeiter der "Computer Bild"-Gruppe (CoBi) werden voraussichtlich Ende kommender Woche ihre Kündigung erhalten. Entsprechende Anhörungen zu betriebsbedingten Kündigungen hat der Betriebsrat der Axel Springer AG am 21. Juni erhalten. Dies vermeldet der deutsche Branchendienst "kress".

Erst eine Woche zuvor hatte ein Springer-Sprecher die Ankündigung, einen Antrag auf Massenentlassung bei der Bundesagentur für Arbeit zu stellen, als Formalie bezeichnet.

Für den Betriebsrat kamen die Anhörungen nicht überraschend. "Allerdings ist es ein seltsamer Zufall, dass ausgerechnet auf die CoBi-Mitarbeiter, die bislang nicht in die Computer Bild Digital GmbH gewechselt sind, die Kriterien der Sozialauswahl zutreffen sollen", sagte die Betriebsratsvorsitzende Inge Bocionek gegenüber "kress". Auch Stefan Endter, Jurist und Geschäftsführer des DJV-Hamburg, geht nicht davon aus, dass die vom Konzern getroffene Sozialauswahl in der überwiegenden Zahl der Fälle vor dem Arbeitsgericht Bestand hat. Kündigungsschutzklagen dürften deshalb in vielen Fällen gute Aussichten auf Erfolg haben. Der Springer-Verlag wollte bislang keine offizielle Stellungnahme abgeben.

Hintergrund: Ende Februar hatte die Axel Springer AG angekündigt, die Print- und Online-Redaktion der CoBi-Gruppe in der tarifungebundenen Computer Bild Digital GmbH zusammenzuführen. Dagegen protestierten die rund 90 betroffenen Mitarbeiter mit drei offenen Briefen an den Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, und mit mehreren Warnstreiks. Seit dem 1. Juni ist der Betriebsübergang vollzogen. Damals hatten sich 58 Mitarbeiter gegen einen Wechsel entschieden und wurden freigestellt. Seitdem laufen Personalgespräche. Laut Verlag ist die Produktion der drei betroffenen Titel "Computer Bild", "Computer Bild Spiele" und "Audio Video Foto Bild" sichergestellt. (kress.de)