Der Verein für unabhängigen Journalismus UJ hat am Freitag und Samstag im The Circle am Flughafen Zürich seinen ersten Journalistenkongress veranstaltet. Gemäss Mitteilung des Vereins, der im Juni 2026 gegründet wurde, war der Anlass ausgebucht. Am Freitagmittag seien über 90 Gäste vor Ort gewesen. Die Teilnahme war kostenlos.
Zum Auftakt sprachen Laura Sachslehner (Exxpress), Matthias Zehnder (Edito) und Anna Schneider (Welt) darüber, weshalb sie Journalisten sind und sein wollen. Panels widmeten sich dem Investigativjournalismus, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und der Zukunft junger Journalisten. Referate hielten unter anderem Burkhard Müller-Ullrich (Kontrafunk), Jana Hermann (Berliner Zeitung), Kurt W. Zimmermann (Weltwoche), Jan Karon (Glut) und Nikolaus Frings (Kronen Zeitung).
Podium zur Tageszeitung
Am Abend diskutierten unter dem Titel «Ist die Tageszeitung bereits tot?» Eric Gujer (NZZ), Patrik Müller (CH Media), Rolf Cavalli (Blick) und Rainer Nowak (Die Presse). Das Gespräch hat persoenlich.com-Chefredaktor Matthias Ackeret moderiert.
Gujer kritisierte laut Mitteilung die Medienberichterstattung während der Coronapandemie, auch in der Schweiz. Als Tiefpunkt bezeichnete er, dass Zeitungen das Plakat des Bundesamts für Gesundheit auf ihren Frontseiten abdruckten. Müller entgegnete, die Schweiz habe im Vergleich zu Deutschland und Österreich keine schlechtere Coronapolitik betrieben.
Finanzierung nur teils offengelegt
Am Samstag ging die Veranstaltung mit drei Workshops zu Ende: «Aufbau einer digitalen Community» (Hannes Kirchbaumer, Verein UJ), «KI ersetzt keine Journalisten. Journalisten mit KI schon.» (Markus Keiblinger, Texterous) sowie «Social Media als Medium optimal nutzen» (Vadim Derksen, Junge Freiheit).
UJ-Vorstand Lucas Ammann freute sich über das Ergebnis von Hunderten ehrenamtlich geleisteten Vorbereitungsstunden. Ronnie Grob, Präsident des Vereins UJ, betonte, das Interesse am ersten Anlass zeige das Bedürfnis nach einem offenen Austausch unter Medienschaffenden über Redaktions-, Landes- und Meinungsgrenzen hinweg. Im Vorfeld äusserte sich Grob zur Finanzierung des Events nur beschränkt. Ausser der Libertatem Stiftung hat der Veranstalter nicht bekanntgegeben, wer sonst noch als Geldgeber hinter dem Kongress steht. (pd/spo)

