Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) wird ab Januar 2006 für die Veröffentlichung im Internet eine zusätzliche Gebühr verlangen. Das teilte die Agentur in einer Aussendung mit. Bisher hat AP von Medienunternehmen wie Zeitungen und TV-Sendern für die Veröffentlichung im Internet keine zusätzliche Gebühr verlangt.
"Die Philosophie von AP war es, die Bemühungen zum Aufbau des neuen Mediums (Internet) zu unterstützen und dem Küken Zeit zum Wachsen zu geben", sagte AP-Chairman Burl Osborne. Printmedien, TV- und Radiosender, die AP-Kunden sind, können seit 1995 die Meldungen im Internet ohne Zusatzkosten veröffentlichen. Inzwischen habe sich die Situation geändert. Das Internet sei ein etabliertes Medium und die Websites der Medienunternehmen seien profitabel.
Die Idee sei nun, auf die Online-Veröffentlichung ein anderes System anzuwenden als beispielsweise auf Tageszeitungen, wo die Auflage entscheidend sei. Das Gratiszeitalter im Internet endet bei der AP daher am 1. Januar 2006. Das genaue Preismodell wird mit den Zeitungen, Radio- und TV-Sendern diskutiert und bis Herbst beschlossen.
Online-Unternehmen wie Yahoo, AOL und MSN, die schon jetzt Lizenzgebühren an AP zahlen, haben keine Zusatzkosten zu befürchten. Der Schritt ist daher wohl auch als eine Strategie gegen so genannte Online-Aggregatoren zu sehen: Unternehmen wie Google News, die Meldungen anderer Online-Medien übernehmen ohne Lizenzgebühr zu bezahlen.