Abgang von Deltenre nicht wegen Medienkonvergenz

Walpen - "SRG verliert führungsstarke Frau"

Generaldirektor Armin Walpen bedauert, dass die SRG SSR idée suisse mit Ingrid Deltenre eine "führungsstarke Frau" verliere. Mit dem Projekt Medienkonvergenz habe ihr Abgang aber nichts zu tun, ist er überzeugt.

Deltenre sei eine sehr gute Direktorin gewesen, sagte Walpen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Sie habe das Schweizer Fernsehen (SF) in allen Belangen auf eine gute Ebene gebracht und habe es ins digitale Zeitalter geführt. Innerhalb des Unternehmens sei sie anerkannt gewesen, die Mitarbeitenden hätten Vertrauen gehabt zu ihr.

Er freue sich aber natürlich für sie, dass sie den Posten als Generaldirektorin der European Broadcasting Union (EBU) bekommen habe, auch weil er in deren Verwaltungsrat sitze. "Auch ist natürlich ein gewisser Stolz dabei, dass wir bei der SRG solch gute Leute haben, die in einem harten europäischen Selektionsverfahren so weit kommen. Darauf können wir, aber natürlich auch Ingrid Deltenre stolz sein."

Walpen glaubt nicht, dass der Wechsel der Fernsehdirektorin etwas mit dem Projekt Medienkonvergenz zu tun hat, im Rahmen dessen in den nächsten Monaten Schweizer Radio DRS und das SF zusammengelegt werden.

"Ingrid Deltenre war überzeugt, dass die Konvergenz der richtige Weg ist", sagte der Generaldirektor. Seiner Meinung nach sei für Deltenres Entscheid ausschlaggebend gewesen, dass sie für sich einen wichtigen Schritt machen konnte.

Noch ist offen, wer Nachfolger oder Nachfolgerin der bislang ersten Frau an der Spitze des SF wird. Laut Walpen muss der- oder diejenige die Überzeugung mitbringen, dass die Richtung, welche die SRG eingeschlagen hat, die richtige ist. Die Person müsse führungsstark sein, die notwendige Offenheit und Flexibilität mitbringen und die Mitarbeitenden motivieren können.

Vor allem aber muss der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Ingrid Deltenre "risikobereit sein, denn es ist ein Job auf Zeit, nur solange, wie die beiden Unternehmen noch nebeneinander bestehen", sagte Walpen weiter. Bis Radio und Fernsehen zusammengelegt würden, dürfe es noch rund 12 bis 16 Monate dauern.

"Dann gibt es ein neues Unternehmen, das vielleicht von einem der beiden Direktoren geführt wird", sagte der Generaldirektor weiter. "Vielleicht kommt aber auch jemand Neues." (sda)