In der aktuellen Ausgabe der Weltwoche schreibt Autor Urs Paul Engeler einen Abgesang auf den Ringier-Publizisten Frank A. Meyer. Er glaubt, dass Meyer der beste Journalist des Landes sein könnte, doch er spiele nur die "elende Rolle eines zweitklassigen Politikers". Engeler bezeichnet Meyer als "Herr der Schwachen und Eitlen".
Ein Problem für viele, die über Frank A. Meyer schreiben wollen, ortet Engeler darin, dass sich niemand mit einem autorisierten harmlosen Sätzlein zitieren lasse. Ein "Unbehagen, eine Unlust, eine Hemmung" herrsche, frei über Meyer zu reden. Engeler fragt sich, woher diese Angst vor Meyer herrühre.
Der Ruf als Chef und Macher könne es nicht sein. Meyer sei zwar in fast all seinen Phasen und Jobs ein brillanter Journalist gewesen, jedes Mal aber, wenn er als Chefredaktor Verantwortung für ein Gesamtprodukt samt Personal hätte übernehmen sollen, habe er versagt. Schon eher sei es sein unbedingter Wille zur Dominanz, sein schon fast unkontrollierter Ehrgeiz, sein Drang zur Einwirkung im kleinen persönlichen Kreis wie in der politischen Welt. Meyers Streben nach Geltung habe in der Zeitung keine Erfüllung gefunden, er habe Politiker sein und macht ausüben wollen.
Als Politiker sei der "begnadete" Journalist "bestenfalls zweitklassig". Genauer gesagt sei er "eine Scheinmacht". Dass Meyer nur der "Herr der Schwachen und Eitlen" sei und damit gar keine reale Gewalt habe, müssten die Freisinnigen noch lernen. Dabei nimmt Engeler Bezug auf Meyers Publikationen zur Wahl eines neuen FDP-Präsidenten, zu Rolf Schweiger und zum Treffen mit Otto Ineichen.
Ringier-intern habe der Fall Ineichen ähnliche Dimensionen wie der Fall Borer gewonnen. Mit seiner Attacke gegen Schweiger und Ineichen habe Meyer sich zu sehr vorgewagt So sei in der Ringier-Hierarchie zu hören, dass es am besten wäre, sich nun definitiv von Meyer zu trennen. Es läge in der Natur seines Engagements, dass der nächste ähnliche Fall eintrete. Meyer mache im Namen des Verlags Privatpolitik, das sei ein unethisches Verhalten.