«Hopplaschorsch!», schrieb Tamedia-Bundeshausredaktor Markus Häfliger dieser Tage auf Twitter. «Gab es das in 241 Jahren NZZ überhaupt schon einmal?» Dazu postete er einen Zeitungsausschnitt vom Samstag – und zwar den Parolenspiegel zu den Abstimmungen vom 28. November.
Hopplaschorsch!
— Markus Häfliger (hä.) (@M_Haefliger) November 6, 2021
Gab es das in 241 Jahren @nzz überhaupt schon einmal?
@NeuhausC pic.twitter.com/VtgLolxp3C
Die Neue Zürcher Zeitung nimmt jeweils im Parolenspiegel Stellung zu den einzelnen Abstimmungsvorlagen. Diesmal lehnte die NZZ die Pflegeinitiative ab, und auch die Justizinitiative wurde zur Ablehnung empfohlen. Beim Covid-19-Gesetz hiess es: «Die NZZ enthält sich einer Empfehlung.»
Dies irritierte offenbar nicht nur Häfliger selbst. Unter seinem Tweet finden sich Kommentare wie «Peinlich für ‹alte Tante›», «Auf beiden Hochzeiten tanzen, würd ich dem sagen» oder «Sackschwache Leistung».
Die im Tweet markierte NZZ-Inlandchefin Christina Neuhaus konnte die Frage, ob es eine solche Enthaltung in der 241-jährigen Geschichte schon einmal gegeben habe, nicht beantworten. «Ich bin erst seit 20 Jahren hier», schrieb sie.
Um Häfligers Frage doch noch zu beantworten, fragte persoenlich.com direkt bei der NZZ nach. Nun ist klar: Ein Novum ist es nicht. «Wir haben in der Vergangenheit auch schon auf die Publikation von Stimmempfehlungen verzichtet», so Karin Heim, Leiterin Unternehmenskommunikation, am Mittwoch. «Die Abstimmung über das Covid-Gesetz ist kontrovers und beschäftigt die Gesellschaft sehr.» In der Rubrik «Meinung & Debatte» habe die NZZ zur Frage Pro und Contra publiziert. (cbe)