Abwärtstrend in der Radioreichweite setzt sich fort

- Am Dienstag hat Publica Data die Radiocontrolzahlen des 2. Semesters 2006 publiziert. Dabei zeigt sich, dass der Radiomarkt erneut kleiner geworden ist. Bei den DRS-Radios legten vor allem DRS2, DRS3 und die Musigwälle im Vergleich zur Vorjahresperiode bei den Marktanteilen zu. DRS1 hingegen hat Marktanteile verloren. Bei den Privatradios haben die grösseren Sender tendenziell an Hörern eingebüsst, während die kleineren leicht zulegen konnten. Meistgehörtes Privatradio bleibt Radio 24. Alle Semesterdaten der deutschsprachigen Radios auf einen Blick:

Der Abwärtstrend in der Radioreichweite setzt sich fort: gegenüber dem 2. Semester 2005 erreichen die Radioprogramme in der Deutschschweiz insgesamt ein Prozent weniger Personen. Dennoch hören neunzig Prozent der Bevölkerung Tag für Tag Radio, dies sind gut 4 Mio. Personen (ab 15 Jahren). Vom Reichweiten-Rückgang sind beinahe alle in der Schweiz empfangbaren Radioprogramme betroffen, auch die Programme von SR DRS. Das SR DRSJugendprogramm Virus gewinnt entgegen diesem allgemeinen Trend erneut an Publikum (+0.6 Prozent) und konnte seine Hörerzahl fast verdoppeln.

Schweizer Radio DRS hat seine Position im insgesamt kleiner gewordenen Markt im zweiten Halbjahr 2006 stärken können. Im Durchschnitt hörten in den letzten sechs Monaten täglich 2,758 Millionen Hörerinnen und Hörer DRS-Sender. Im zweiten Semester 2006 erreichte SR DRS insgesamt einen Marktanteil von 64.8 Prozent, was im Vergleich zu zweiten Semester 2005 eine Steigerung von 1.7 Prozentpunkten bedeutet.

Insbesondere DRS 3 verzeichnet beim Marktanteil bei etwa gleichbleibender Hörerzahl einen starken Zuwachs (+1 Prozent). Dies ist laut SR DRS vor allem auf die intensive Nutzung der Sportberichterstattung während der WM sowie auf die allgemein stärkere Sommernutzung des Programms zurückzuführen. DRS 2 und DRS Musigwälle gewinnen je einen halben Prozentpunkt an Marktanteilen. Allerdings haben die beiden Sender in absoluten Zahlen deutlich an Hörern verloren.

Privatradios halten Marktanteil

Die Privatradios konnten im letzten Halbjahr den Marktanteil genau halten (25.5 Prozent). Zusammen erreichten die 27 Privatradios der Deutschschweiz täglich im Durchschnitt 2,341 Millionen Hörerinnen und Hörer. Die ausländischen Sender büssten deutlich ein und gingen um 1.4 auf 6 Prozent Marktanteil zurück.

Auch bei den Privatradios wirkt sich der Abwärtstrend in der Radioreichweite auf die Hörerzahlen aus. Bei den Sendern mit über 100'000 Hörern konnte lediglich Radio 32 seine Hörerschaft erweitern. Dies gelang auch dem zweiten Programm, dem Kabelsender Radio 32 Goldies. Damit haben Radio 32 und Radio 32 Goldies im zweiten Halbjahr 2006 das bisher höchste Gesamtergebnis seit Bestehen erreicht, wie der Sender mitteilt. Bei den Privatradios mit weniger als 100’000 Hörern ist es doch einigen gelungen, mehr Hörer an sich zu binden.

Radio 24 bleibt mit einem konstant gebliebenen Marktanteil von 2.7 Prozent und 266'000 täglichen Hörern (-8000) die Nummer eins unter den Privatradios in der Deutschschweiz. Radio Top und Energy Zürich haben im Vergleich zur Vorjahresperiode über 20'000 Hörer verloren. Radio Top konnte aber beim Marktanteil zulegen (+0.2 Prozent), Energy Zürich musste hingegen eine Einbusse hinnehmen (-0.3 Prozent). Mit 1.7 Prozent ist Energy Zürich bei den Marktanteilen aus den Top 3 der Privatradios gefallen und liegt neu an 6. Stelle.

Energy Zürich bezeichnet sich in einer Mitteilung als Nummer zwei der Schweizer Privatradios. Der Sender begründet den Anspruch mit den Hörzerzahlen von Montag bis Freitag. Werktags hörten laut Angaben des Senders in der Deutschschweiz 2006 täglich 216'000 Hörer Energy Zürich. In der jungen Zielgruppe 15-24 habe Energy Zürich auch dieses Jahr nochmals zugelegt und sei in dieser Zielgruppe "weiterhin unangefochten das stärkste Schweizer Privatradio."

Radiocontrolzahlen 2. Semester 2006 (Radios Deutschschweiz)