Mit 63 Jahren geht der Journalist Adi Kälin in Frühpension. Am vergangenen Freitag hatte er seinen letzten Arbeitstag bei der Neuen Zürcher Zeitung im Zürich-Ressort. Er blicke auf die letzten 14 Jahre bei der NZZ mit Wehmut zurück, schrieb er dazu auf Twitter.
Das war er nun, mein letzter Tag bei der NZZ. Ich blicke mit Wehmut auf die letzten 14 Jahre zurück, bin aber auch ganz wild auf Neues. Mal schauen, was mir das Frührentnertum beschert. pic.twitter.com/8j0AmVw37V
— Adi Kälin (@adikaelin) September 30, 2022
Auf Anfrage von persoenlich.com sagt Kälin, er verlasse die Zeitung lediglich, weil er Projekte «ausserhalb der festen Tagesstruktur einer Zeitung» verfolgen wolle. Was das für Projekte sein könnten, sei aber noch offen. Denkbar seien weitere Bücher. Sein letztes mit dem Titel «Säntis. Berg mit bewegter Geschichte» ist 2015 erschienen. «Konkretes gibt es aber noch nicht», fügt er an.
Auf die Frage, auf welche seiner Geschichten er besonders stolz ist, meint er: «vielleicht auf die Mischung, zu der neben der harten Politik, Datengeschichten, Wahlen und Ratsberichterstattung auch kuriosere Dinge wie die höchsten Kirchtürme im Kanton oder die unglaublichsten Hundenamen in Zürich gehörten.» Oder auf seinen Bericht über Clubhütten in der Fallätsche. Er sei Journalist der alten Schule gewesen, sagt Kälin über sich selbst: «4000 Zeichen womöglich jeden Tag und weniger die grossen Rührstücke.»
Bevor Adi Kälin 2008 als Redaktor bei der NZZ startete, war er viele Jahre beim Tages-Anzeiger in unterschiedlichen Funktionen tätig, unter anderem als Leiter des Lokalressorts. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich beim Luzerner Tagblatt, danach schrieb er für das Zürcher Tagblatt. Er studierte Allgemeine Geschichte und Deutsche Literatur an der Universität Zürich.
Der Nachfolger von Adi Kälin ist Andreas Kurz. Er war bisher als Redaktor bei der Zürichsee-Zeitung, dem Zürcher Oberländer und den Schaffhauser Nachrichten tätig, wie Ressortleiter Daniel Fritzsche auf Anfrage schreibt.