Ärgert sich über Tagi-Artikel

Kurt Imhof - Fög soll zu einem Universitätsinstitut werden.

Ein eigenes Universitätsinstitut soll die von Kurt Imhof geleitete Forschungsabteilung (Fög) bald werden. Geplant sei, Imhofs Forschungsteam in ein zur Uni Zürich gehörendes Institut umzuwandeln, schreibt der "Tages-Anzeiger" am Montag. Dieser Schritt entspricht einer klaren Aufwertung, denn so würde Imhofs Forschungsbereich nicht mehr nur durch Sponsorengeld finanziert, sondern auch mittels universitärer Mittel unterstützt. Obwohl die Umwandlung noch nicht definitiv ist und die Universität daher kommunikative Zurückhaltung bevorzugt hätte, berichtet der "Tages-Anzeiger" ausführlich über das Vorhaben. Per 4-spaltigem Bericht mit Imhof-Porträtbild und unter dem Titel "Die Uni umgarnt ihren Starprofessor" werden Imhofs Forschung und deren Finanzierung thematisiert, sowie die Gründe, welche zur Aufwertung des Fög geführt haben sollen. Dass ein solch prominent placierter, ausführlicher Bericht gerade jetzt erscheint, passt Kurt Imhof gar nicht.

Neben dem Publikationszeitpunkt missfallen dem Medienexperten vor allem die starke Fokussierung auf seine Person: "Es nervt mich, dass der Tagi bei dieser Geschichte so stark personalisiert", sagt Imhof gegenüber persoenlich.com. Der umtriebige Soziologie-Professor ärgert sich über das Wort "Starprofessor". "Diese Bezeichnung ist total überspitzt und überflüssig", so Imhof. Ausserdem störe dieser Tagi-Artikel die Uni-interne Diskussion.

Laut "Tages-Anzeiger" wird gleichzeitig mit der Umwandlung Kurt Imhof die Leitung des Fög abgeben. Imhof soll dafür Präsident des Stiftungsrats werden. Er bleibe Professor am Soziologischen Institut und am Institut für Politikwissenschaft. Imhof begründet den Rückzug gegenüber dem "Tages-Anzeiger" damit, dass er das künftige "Institut für Öffentlichkeit und Gesellschaft" von seiner Person unabhängiger machen und seine künftige Weiterentwicklung absichern wolle. (eh)