«Aeschbi» fühlt sich nicht als Auslaufmodell

Kurt Aeschbacher - In einem Interview mit Blick äussert sich der dienstälteste SRF-Moderator zur Situation beim Schweizer Fernsehen.

Kurt Aeschbacher, ein Urgestein im Schweizer Fernsehen, hat in einem Interview mit Blick (online nicht verfügbar) Red und Antwort gestanden. Darin erzählt er nebst persönlichen Belangen auch von seiner Zeit beim SRF und gibt Einblick in das Leben von jemandem, der die Entwicklungen des Schweizer Fernsehens mitverfolgen konnte.

Seine Arbeitsverträge dauerten nie länger als ein Jahr, bemerkt der 67-jährige. Das helfe ihm, sich immer wieder bewusst zu werden, ob er den Job noch machen wolle – oder aber süchtig werde nach der Kamera. Der Ausgleich sei wichtig, und er wolle auch ohne Fernsehen funktionieren können. Auf die Frage nach dem Umgang mit Kritik sagt er: «Kritik verletzt immer. Aber durch Lob bin ich nie besser geworden.»

Die Sparrunde beim SRF sei zwar auch für ihn spürbar, aber es gelte, sich «in einer immer verluderteren Medienlandschaft auf die Aufgaben der Service public zu besinnen». Für ihn seien die Sparmassnahmen insofern spürbar, als dass sechs seiner 42 Sendungen nicht mehr live gedreht würden. Er sei aber froh, dass keine Leute entlassen wurden «und dadurch unsere Qualität gelitten hätte».

Den Medienwandel, insbesondere beim Fernsehen, kommentiert er folgendermassen: «Nie waren die Kommunikationsmittel und Unterhaltungsmöglichkeiten so vielfältig wie heute.» Die Zeiten seien definitiv vorbei, «als sich die Menschen nach dem Raster eines TV-Programms richteten.» Der Einwand der Journalistin, dass er dann ja ein Auslaufmodell sei, wehrt Aeschbacher ab: Heute gelte es mehr denn je, «Geschehnisse zu interpretieren und nicht bloss abzubilden». Und das mache er ja. (sg)

Bild: SRF