AFP verklagt rechtsextremen Bürgermeister wegen Flüchtlingsfoto

Frankreich - Der ehemalige Präsidenten von Reporter ohne Grenzen habe das Foto missbraucht.

Wegen eines manipulierten Flüchtlingsfotos hat die Nachrichtenagentur AFP einen rechtsextremen Bürgermeister in Südfrankreich verklagt. Die Agentur und einer ihrer Fotografen verlangen jeweils 30'000 Euro von der Stadt Béziers und ihrem Bürgermeister Robert Ménard.

Das teilte die AFP-Leitung in Paris mit. Der Vorwurf lautet auf Fälschung. Im Gemeindeblatt von Béziers war ein AFP-Foto abgedruckt worden, das Flüchtlinge in Mazedonien vor einem Zug zeigt.

Die hinzugefügte Überschrift lautete: "Sie kommen! Das Thema der Asylbewerber in Béziers". Das Foto wurde dahingehend verfälscht, dass Worte mit Bezug zu Béziers eingefügt wurden. Auf einem Zugfenster stand "Béziers 3865 Kilometer", auf einem zweiten "Kostenlose Schulen, Unterkünfte und Geldleistungen für alle!"

AFP hatte bereits vergangene Woche einen "Missbrauch" und eine "Verfälschung" des Fotos aus Mazedonien kritisiert und rechtliche Schritte angekündigt.

Ménard war einst Präsident der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen. Er argumentiert, es sei Routine, Fotos zu bearbeiten. Er war im vergangenen Jahr mit Unterstützung des rechtsextremen Front National (FN) Bürgermeister der zwischen Montpellier und Narbonne gelegenen Stadt Béziers geworden. (sda/afp)