Alain Berset erhebt schwere Vorwürfe gegen die Zeitung

"360grad Interview" - Kritik um "verfälschte Publikation" eines Interviews.

SP-Bundesrat Alain Berset und weitere Politikerinnen wehren sich gegen Interviews, die letzte Woche in einer dubiosen neuen Zeitung mit dem Titel "360grad Interview" erschienen sind. Innenminister Berset ist stinksauer über die an über 500 Kiosken aufliegende Publikation, denn das Interview mit ihm wurde noch vor seiner Wahl in den Bundesrat geführt und nachträglich vom Herausgeber der Zeitung, Heinz Leu, für die aktuelle Publikation derart verfälscht, dass der Eindruck entsteht, es handle sich um ein aktuelles Interview. "Der Abdruck eines Interviews über neun Monate später, ohne dies offenzulegen, und dessen nachträgliche unabgesprochene Veränderung widersprechen jeglichen journalistischen Gepflogenheiten und sind inakzeptabel", sagt Bersets Sprecherin Nicole Lamon zur "SonntagsZeitung".

Die ebenfalls interviewten Nationalrätinnen Evi Allemann (SP) und Kathrin Bertschy (GLP) sind ebenso verärgert über die Publikation der veralteten Gespräche und bezeichnen die Publikation als medienethisch höchst bedenklich. Leu räumt ein, das Interview mit Berset "aktualisiert" zu haben. Sonst habe er die Texte "getreu der Manuskripte" publiziert. Grund für die verspätete Publikation sei der "holpernde Anzeigenverkauf". (SonntagsZeitung)