Die Föderation Alevitischer Gemeinden in der Schweiz ist mit einem Schreiben gegen den umstrittenen ARD-"Tatort"-Krimi "Wem Ehre gebührt" ans Bezirksgericht Winterthur gelangt.
Das Schreiben sei in grosszügigster Interpretation eine Beschwerde, bestätigte Gerichtsschreiber Hannes Winkler einen Bericht der Tageszeitung "Der Landbote" vom Freitag. Winkler bezeichnete den Brief als Programmbeschwerde: Das Bezirksgericht sei aufgefordert worden, den "Tatort"-Krimi zu prüfen.
Das Bezirksgericht habe darauf geantwortet, dass sich die Föderation rechtlich beraten lassen solle. Hängig sei momentan nichts, sagte Winkler weiter. Ob die alevitische Gemeinschaft in der Schweiz eine Anzeige einreicht, ist unklar: Von dem in Winterthur ansässigen Dachverband war am Freitag niemand erreichbar.
In dem am 23. Dezember ausgestrahlten Film mit Maria Furtwängler als Kommissarin geht es um einen Inzest-Fall in einer alevitischen Familie. Darin wird die Schwester einer Schwangeren umgebracht, weil sie zur Aufklärung des Falls beitragen will.
Die Aleviten werfen den Filmemachern vor, uralte Vorurteile wieder aufleben zu lassen und zu bestätigen. Die Berliner Gemeinde erstattete Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des Krimis wegen Volksverhetzung. (sda)