Alfredo Lardelli klagt gegen Abendzeitung

"heute" - Milieu-Berater verlangt 30'000 Franken Genugtuung.

Alfredo Lardelli hat Klage gegen die Abendzeitung "heute" eingereicht. Er wirft dem Ringier-Blatt Verleumdung, üble Nachrede und Beschimpung vor und fordert neben einer Geldbusse von mindestens 5'000 Franken eine Genugtuungssumme von 30'000 Franken. Dies geht aus einer Klageschrift hervor, die "persoenlich.com" vorliegt.

"heute" hatte am 15. Juni auf Seite 3 getitelt "Mörder Lardelli Back in Business". Im Kurzbericht, der bloss 400 Zeilen zählt, hiess es, Lardelli werde gegenüber dem TV-Sender U1 sein Comeback im Sex-Geschäft bekannt geben. Lardelli, 1987 wegen dreifachen Mordes zu zwanzig Jahren Zuchthaus verurteilt, fühlte sich laut der Klageschrift in seiner Ehre "auf das Übelste verletzt" und wirft "heute" vor, ihn "bewusst in reisserischem Boulevard-Stil" "schwerster Verbrechen zu verunglimpfen". Zugleich bestreitet er, selber im Sexgeschäft aktiv zu sein, wie dies im Abendblatt stand. Er sei lediglich in beratender Funktion tätig.

Zuvor hatte Lardelli "heute"-Chefredaktor Bernhard Weissberg in einem Brief mitgeteilt, er sei bereit, von einer Klage abzusehen, wenn Ringier eine Richtigstellung im Blatt veröffentliche sowie eine Genugtuung von 10'000 Franken bezahle. Ringier jedoch dachte nicht daran, auf diese Forderungen einzugehen. "Ich sehe […] nicht, was genau dem Leser gegenüber berichtigt werden müsste", liess Daniel Steil, stv. Chefredaktor des Abendblatts, Lardelli ausrichten.

Dieser macht nun tatsächlich seine Drohung wahr. Am Montag deponierte er beim Friedensrichteramt der Stadt Zürich eine 13 Seiten lange Klageschrift. Bevor es zu einem allfälligen ordentlichen Prozess kommt, werden die beiden Parteien vorgeladen, um sich auf eine aussergerichtliche Lösung zu einigen. Gelingt dies nicht, wird ein Gerichtsverfahren eingeleitet.

(Text: David Vonplon)