Alles andere als ein Schülertheater

Kindertagesschau - Publikumsrat hält das Experiment für gelungen.

In der Schwerpunktwoche "SF Thema Kinder" berichtete SF aus der Welt der Kinder und blickte mit ihren Augen auf gesellschaftliche, politische, kulturelle und sportliche Ereignisse. Die Kinder wurden aktiv in den Fernsehalltag miteinbezogen und gestalteten selber Sendungsinhalte. So realisierte eine sechste Klasse aus Dübendorf verschiedene Fernseh-Produktionen, darunter die "Kindertagesschau" um 18 Uhr.

Der Publikumsrat hielt sein Augenmerk auf diese Nachrichtensendung. Seiner Meinung nach konnten die Schülerinnen und Schüler die Befürchtungen entkräften, indem sie unter professioneller Anleitung kompetent Beiträge produzierten und ihre Affinität zu den Medien unter Beweis stellten. Die Beobachtenden haben nicht den Eindruck bekommen, dass das Nachrichtengeschäft "kinderleicht" sei und die "Kindertagesschau" sei alles andere als Schülertheater gewesen. Auch sei die Informationsleistung von SF wegen der "Kindertagesschau" nicht oder zumindest nicht gravierend beeinträchtigt gewesen.

Insgesamt wertet der Rat das Experiment als ein Erfolg. Die Kinder hätten ihre Aufgabe hervorragend gelöst, sie seien mit Engagement und Begeisterung zur Sache gegangen. Dadurch erreichte die Sendung eine hohe Glaubwürdigkeit. Der Zugang zu den Themen und die Interviews seien "erfrischend anders, oftmals witzig, manchmal ungewollt satirisch" gewesen. Die Kinderoptik sei vorab in der Sprache gut zum Ausdruck gekommen. Ein besonderes Lob erntete die Moderatorin Ana Walter, die mit ihrer Ausstrahlung das Publikum in den Bann gezogen habe. Bei der Themensetzung war für einige Ratsmitglieder die Unterstützung durch die Fernsehprofis von SF anfangs zu stark spürbar. Es habe zu viele Pflichtstoffe für Erwachsene gehabt. In der zweiten Wochenhälfte seien dann aber vermehrt andere, den Kindern nähere Themen zum Zug gekommen.

In der Ratsdiskussion mit "Tagesschau"-Redaktionsleiter Thomas Schäppi und dem Kinderteam wurde angeregt, die Information im Vorfeld von neuen Sendungen oder Projekten konsequenter und breiter zu machen. Beim Beispiel «Kindertagesschau» hätten so einige Missverständnisse ausgeräumt werden können. Zudem wurde im Rat angeregt, dass diese Erkenntnisse aus der Themenwoche nicht einfach ad acta gelegt werden, sondern dass die Bemühungen um ein breiteres Kinder- und Jugendprogramm auf SF damit weiter Auftrieb erhalten sollen.