Alt-Nationalrat und Radio-BeO-Gründer verstorben

Todesfall - Der frühere Berner Politiker und Chefarzt Paul Günter ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Günter gehörte zu den Gründern des Berner Oberländer Lokalradios.

Günter verstarb am 10. Januar nach längerer Krankheit, wie seine Familie am Freitag mitteilte. Der Berner Mediziner war Chefarzt im Bereich Anästhesie am Regionalspital Interlaken.

Ausserdem gehörte Günter Mitte der 1980er-Jahre zu den Gründern des Berner Oberländer Privatradios Radio BeO. Für ihn sei klar gewesen, dass nicht nur in städtischen Gebieten, sondern auch im Berner Oberland ein eigenes Privatradio aufgebaut werden müsse, schreibt das Thuner Tagblatt in einem Nachruf. Als Verwaltungsratspräsident und Präsident des Fördervereins setzte er sich jahrelang für den Lokalsender ein. Am Tag nach Günters Tod wurde klar, dass Radio BeO erneut eine Konzession erhält und damit weitere zehn Jahre dank Abgabenmillionen senden kann.

Für LdU und SP im Nationalrat

Schon in jungen Jahren zog es Günter auch in die Politik. Von 1972 bis 1979 war er Grossrat des Kantons Bern und ab 1979 Nationalrat. In der Grossen Kammer vertrat bis 1991 die Interessen und Ziele der damaligen Partei des Landesrings der Unabhängigen (LdU). Nach seiner Nicht-Wiederwahl 1991 verliess er den Landesring.

Ab 1995 politisierte er bis 2007 für die SP im Nationalrat. Unter anderem war er Mitglied der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zum Fichenskandal.

Günter war es stets ein grosses Anliegen, den Menschen zu helfen und so ihre Lebensbedingungen in der Schweiz wie auch bei seinen Projekten im Ausland zu verbessern. (sda/nil)