Alte Ausgaben für schwindelerregende Preise im Netz

Angriff auf Charlie Hebdo - Zum Teil lagen die Gebote bei Beträgen von 75'000 Euro.

Nach dem mutmasslich islamistischen Anschlag auf "Charlie Hebdo" ist im Internet ein reger Handel mit der aktuellen Ausgabe der französischen Satire-Zeitung entstanden - mit teils astronomischen Preisen. Exemplare der Wochenzeitung - nach dem Anschlag am Mittwoch rasend schnell an den Kiosken ausverkauft - wurden auf der Auktionsplattform Ebay in der Rubrik "Sofort-Kaufen" für teilweise 100'000 Euro angeboten.

Bei Versteigerungen lagen die Gebote für das "Charlie Hebdo"-Heft Nummer 1177 am Donnerstagnachmittag in einem Fall bei 75'000 Euro. Das bedeutet aber nicht, dass die Zeitung letztlich tatsächlich zu dem Preis verkauft wird, weil der Höchstbietende noch einen Rückzieher machen kann.

"Charlie Hebdo" war diese Woche mit einer Auflage von 60'000 Exemplaren in den Handel gekommen.

Der Verkauf der Zeitungen im Netz sorgte teilweise für Unmut bei Internetnutzern, die den Handel als verwerflich brandmarkten. Ein Twitter-Nutzer schrieb etwa: "Business ist business, das ist traurig." Zwei schwerbewaffnete Attentäter hatten bei dem Angriff auf die "Charlie Hebdo"-Redaktion im Herzen von Paris und bei ihrer Flucht insgesamt zwölf Menschen kaltblütig erschossen. Unter den Opfern sind acht Mitarbeiter der Satire-Zeitung, die immer wieder islamkritische Karikaturen veröffentlicht hatte.

Die Redaktion will kommende Woche ein neue Ausgabe stemmen - mit einer Auflage von einer Million Exemplaren. (sda)