Alte Weggefährten kritisieren neuen SRG-Generaldirektor

"Weltwoche" - Köppel und Zimmermann schiessen gegen de Weck.

Die Wahl Roger de Wecks zum neuen SRG-Chef polarisiert. Kritische Worte sind am Donnerstag vor allem in der "Weltwoche" zu lesen. Chefredaktor und Verleger Roger Köppel geht mit seinem ehemaligen Vorgesetzten ("Tages-Anzeiger") hart ins Gericht: "Was befähigt einen zwei Mal als Chefredaktor gescheiterten Publizisten, der in den letzten zehn Jahren nicht mehr im operativen Geschäft tätig war, dazu, einen Grossbetrieb mit 6100 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Franken aus den roten Zahlen zu führen?" Für Köppel sei kein Fall bekannt, in dem Roger de Weck dem Auftrag, die Kosten zu senken, ohne Machtkampf mit anschliessender Kündigung unterworfen hätte. Zudem wirft Köppel die Frage auf, warum sich die SRG-Jury für einen Kandidaten entschied, auf den das Jobprofil nicht zutreffe.

Neben Köppel zeigt sich auch Kolumnist Kurt W. Zimmermann, der mit Roger de Weck gemeinsam in der GL von Tamedia sass, wenig begeistert von Walpens Nachfolge. Zimmermann bescheinigt de Weck wenig Management-Erfahrung. "De Weck hasste schon zu unserer gemeinsamen Zeit die Zahlen, weil Zahlen das Kriterium für Erfolg oder Misserfolg sind. Wenn Zahlen eine klare Sprache sprachen, rannte er davon oder beschönigte die Fakten. Er liebte stattdessen Ideen und grosse Würfe, die nicht messbar sind. Er liebte Fantasien. Man kann es etwas bösartig sagen: Der glühende EU-Anhänger lebte schon damals den Stil Griechenlands." Zimmermanns Fazit: "Die SRG wählte einen Mann, der bockt, wenn er unpopuläre Entscheide treffen muss. Es ist anzunehmen, dass der Verwaltungsrat keinen Druck auf seinen neuen Generaldirektor ausüben wird. Warum sollte er sich selber unter Druck setzen? Wir stellen uns also besser darauf ein, dass 2012 die Radio- und TV-Gebühren steigen werden. Ganz im Stil Griechenlands."