Im Kampf der alternativen Schweizer Radios um die Musik der vier Musikmultis Warner, Universal, Sony und EMI erhalten sie Schützenhilfe von Tim Renner. Wie der Musikproduzent, Autor und Professor der "Aargauer Zeitung" bestätigt, unterstützt er das Anliegen der Schweizer Radios mit einer Aktion seines Labels Motor: Am kommenden Donnerstag oder Freitag reist eine Motor-Delegation von Berlin in die Schweiz, tourt durch das Land überbringt den zwölf betroffenen Radios eigenhändig die Musik, die sie von den Majors nicht mehr erhalten. Renner und sein Label sind vom Boykott selber betroffen, denn die Motor-Musik wird teilweise auch über Universal und Sony vertrieben.
Der Streit hat in der Branche einigen Wirbel ausgelöst. Denn Musiker, Musikkonsumenten, Musikmanager wie Veranstalter sind davon betroffen, dass die Radios nicht mehr mit Musik der grossen vier Majors beliefert werden. Renner zeigt im Gespräch mit der Aargauer Zeitung Verständnis für den Sparwillen der krisengeschüttelten Majors. Der Boykott der alternativen Radios sei aber definitiv der falsche Weg und richte einen zu grossen Schaden an.
"Die Majors haben die Folgen des Boykotts nicht zu Ende gedacht", sagt Renner, "denn sie schaden der Musik und damit sich selber am meisten". Der Streit sei eigentlich unnötig, denn es gäbe heute "bessere, einfachere und vor allem kostengünstigere Lösungen, um die Musik den Radios digital zur Verfügung zu stellen".