Alternativradio feiert 25-Jahr-Jubiläum

LoRa - Vielfalt als Markenzeichen.

Das älteste alternative Radio der Schweiz feiert am 14. November seine Gründung vor 25 Jahren. Der werbefreie Sender versteht sich noch immer als politische Alternative zu den kommerziellen Privatsendern, ist aber vielfältiger geworden. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit erhielt LoRa im vergangenen Frühjahr zusammen mit einem Dutzend anderer alternativer Radios die unbestrittene Sendekonzession im Rahmen des neuen Radio- und TV-Gesetzes. Der Auftrag von LoRa wurde mit der neuen Konzession aber genauer definiert.

Inhaltlich verfolgt der Sender jedoch seine bewährte Strategie, wie Nadia Bellardi, bei LoRa zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, sagt. LoRa, bei der Gründung in den 80er-Jahren stark in der politischen "Bewegung", verankert, sei das politischste Alternativradio der Schweiz geblieben, so Bellardi. Markenzeichen sei aber heute die Vielfalt.

Dem Konzessionsauftrag, "den kulturellen und sprachlichen Minderheiten den Zugang zum Radio zu ermöglichen", lebt LoRa mit Sendungen nach, die von rund 300 freiwilligen Mitarbeitenden bestritten werden. Wichtige Gruppen sind Jugendliche mit Musiksendungen, Emigranten, die Sendungen in über 20 Sprachen bestreiten, aber auch Frauen.

Das alternative, werbefreie Sprachrohr scheint trotz schwierigen Zwischenphasen nach 25 Jahren noch begehrt zu sein. Laut Bellardi gibt es zurzeit keine freien Sendeplätze. Das könne allerdings auch schnell wieder ändern. Über das vielfältige Programm wacht eine interne Kommission. Wer auf LoRa ertönen will, muss ein Sendekonzept vorlegen und einen Radiokurs absolviert haben.

Wie eh und je ist LoRa basisdemokratisch organisiert. Dem Verein gehören rund 1000 Personen an. Im Unterschied zu den ersten zehn Jahren hat sich die finanzielle Basis deutlich verbessert. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) beteiligt sich heute hälftig am Jahresbudget von 500 000 Franken. Sieben Teilzangestellte sorgen für die trotz Vielfalt notwendige Kontinuität. (sda)