"Die Wochenzeitung" (WoZ) wartete zur 3. ausserordentlichen Generalversammlung der UBS in diesem Jahr mit einer Sonderaufgabe auf. In einem fiktiven Interview entschuldigt sich Ex-UBS-Chef Marcel Ospel und kündigt eine Umbenennung an. Statt UBS soll die Grossbank künftig "UNS" heissen; ein Name, welcher das Gemeinschaftsgefühl stärke, zitiert das Blatt seinen fiktiven Interviewpartner. Ein ganzseitiges Ospel-Porträt im Stil der derzeit laufenden UBS-Imagekampagne mit dem Zitat "Es tut mir leid..." bedeckt die normale Frontseite.
Im Blattineren findet sich ein ganzseitiges Inserat der neuen "UNS"-Bank - mit modernen Sicherheitsschlüsseln statt der Schlüssel mit Bart des UBS-Logos. Eine eindrückliche Grafik "Return on Female Management" zeigt sozialen Profit mit gleichzeitiger Risikominderung bei mehr Frauen in den Teppichetagen. Auch ein ganz neues Leitbild mit Tugenden, welche jedem Unternehmen wohl anstünden, verpasst die "WoZ" dem neuen Institut.
Daneben analysiert die "WoZ" vom Donnerstag durchaus ernst gemeint die aktuelle Finanz- und Bankenkrise in der Schweiz. Die neueste Ausgabe wurde gratis verteilt. Dazu druckte die "WoZ" eine Grossauflage von 50 000 Exemplaren. Eine gewöhnliche Auflage umfasst 20 000.
Die Verteilung stiess vor der Luzerner Messe-Halle, wo die UBS-GV stattfand, auf Schwierigkeiten. "WoZ"-Redaktionsleiterin Susan Boos erklärte, die Verteilaktion sei zunächst mit dem Hinweis auf eine fehlende Bewilligung behindert worden. Erst die Tatsache, dass auch Exemplare der "Finanz und Wirtschaft" verteilt wurden, habe dann zu einem Einlenken der Veranwortlichen geführt.
Die "WoZ" ist nicht nur Zaungast an UBS-Generalversammlungen sondern Aktionärin der Grossbank. Seit einiger Zeit kauft das Wochenblatt UBS-Aktien, mittlerweile besitzt es rund 40 davon, wie Boos auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. (per/sda)
--> Das fiktive Interview mit Marcel Ospel gibts hier zum Download.