In der libyschen Hauptstadt Tripolis ist am Mittwoch das Gebäude eines privaten Fernsehsenders angegriffen worden. Nach Angaben eines Mitarbeiters des Senders Alassema wurden drei Panzerfäuste auf das Gebäude geschossen, ein Wachmann sei leicht verletzt worden.
Der Journalist sagte, er habe um kurz nach Mitternacht zunächst mehrere Minuten lang Schüsse gehört, bevor Explosionen die Gegend im Stadtteil Gurdschi in der Nähe des Stadtzentrums erschütterten. Die Ausstrahlung der Programme sei aber nicht gestört worden.
Alassema hat eine anti-islamistische und liberale Ausrichtung. Bereits im März vergangenen Jahres war der Sender Ziel eines Angriffs gewesen. Damals hatten Bewaffnete das Gebäude angegriffen, Büros verwüstet und den Besitzer sowie Moderatoren mehrere Stunden lang festgehalten.
Reporter ohne Grenzen fordert Schutz von Medienvertretern
Islamisten werfen Alassema vor, die Bevölkerung zu Demonstrationen gegen den Nationalkongress, das höchste politische Gremium im Land, anzustacheln. Der Nationalkongress hatte am 3. Februar die umstrittene Entscheidung getroffen, sein Mandat bis Dezember zu verlängern. Das Mandat hätte eigentlich am 7. Februar enden sollen.
Vergangene Woche hatten Bewaffnete zwei private TV-Sender in der ostlibyschen Stadt Bengasi angegriffen. Im Dezember wurden der Chef und der Besitzer eines privaten Radiosenders von Unbekannten getötet. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat wiederholt Angriffe auf Journalisten in dem nordafrikanischen Land verurteilt und die Behörden zum Schutz von Medienvertretern aufgefordert. (sda)