Die ägyptische Staatsanwaltschaft hat 20 Journalisten und Mitarbeiter des internationalen Fernsehkonzerns Al-Dschasira wegen angeblicher Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung angeklagt.
Acht der Angeklagten, unter ihnen der ehemalige BBC-Reporter Peter Greste, sind in Untersuchungshaft, die anderen offenbar im Ausland. Die Angeklagten gehörten der Muslimbruderschaft an, hätten die islamistische Organisation mit Ausrüstung und Informationen unterstützt und "das Bild Ägyptens im Ausland verzerrt", behauptet die Anklage nach Angaben vom Mittwoch.
Der Australier Greste und drei weitere Mitarbeiter von Al-Dschasira International waren vor einem Monat in einem Hotel in Kairo verhaftet worden. Die Anklage erwähnt ausserdem noch zwei britische und einen niederländischen Staatsbürger.
Vorwürfe seien "absurd"
Das Büro von Al-Dschasira in Kairo und der ägyptische Sender Al Dschasira Mubaschir Misr waren nach dem Sturz des Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im vergangenen Juli geschlossen worden. Mursi stammt aus der Muslimbruderschaft.
Die Regierung hatte die Bruderschaft im Vormonat zur terroristischen Vereinigung erklärt. Al-Dschasira hatte bereits nach der Verhaftung Grestes und der anderen drei Mitarbeiter die Vorwürfe als "absurd" zurückgewiesen. Die Fernsehanstalt mit Sitz in der katarischen Hauptstadt Doha sendet auf arabisch, englisch und bosnisch. (sda)