Herr Hefter, von Seiten der Boulevardmedien schlägt Ihnen ein eisiger Wind entgegen. Im "Blick" werden Sie als "Schuldiger“ für das "SRF-Stildebakel" betitelt. Es geht um die Frisur von Steffi Buchli und um das Styling von Annina Frey. Wie gross ist das Debakel aus Ihrer Perspektive?
Die Schuldfrage in Zusammenhang mit ästhetischen Diskussionen zu stellen, zeugt ja fast schon von kindlicher Naivität. Aber zurück zur Ursache der Diskussion: Ich finde es klasse, dass zum Beispiel Steffi Buchli etwas wagt und einen Kontrapunkt setzt. Die Relevanz für eine nun über mehrere Tage veröffentlichte Diskussion sehe ich allerdings nicht.
Fühlen Sie sich nach wie vor stilsicher?
Ja. Mein Mode- & Stylingteam betreut über 200 Moderatorinnen und Moderatoren auf zwei Kanälen und die Qualität der Stylings ist in Relation zu Budget und Personaleinsatz ausserordentlich hoch. Letztlich haben wir für unsere SRF-Gestaltung in den letzten Jahren über 100 internationale Designpreise gewonnen. So schlimm kann es also auch nicht sein.
Die Farb- und Stilkombinationen des aktuellen "Glanz & Gloria"-Looks sind tatsächlich, gelinde gesagt, gewagt. Alles ist knallig. Dazu Annina Frey (siehe Bild) im Outfit von, Zitat "Blick", "Draculas Witwe". Haben Sie bewusst über die Stränge geschlagen?
"Glanz & Gloria" ist die Sendung, in der man stilistisch experimentieren und auch das Unkonventionelle testen kann. Dass hier ein exzentrischeres Spiel mit der Mode stattfindet, ist doch auch Teil des Programmes.
Oder haben Sie einfach einige beratungsresistente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor der Kamera?
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Es ist ein emotionales Thema und es finden deshalb auch bei uns intensive Diskussionen darüber statt.
Sie sind verantwortlich für den gesamten Look des SRF. Was sind derzeit Ihre grössten Baustellen - und wie gross ist eigentlich Ihr Team?
Ich stehe einem Team von über 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor. Der Bereich umfasst die unterschiedlichsten Disziplinen, von Art Direction, Branding, Marketing, On-Air-, Motion- und Webdesign über Set, Regie, Event, Fotografie, Promotion bis zu Audiolayout und Mode & Styling. Die grösste Dynamik erfordert derzeit sicher das Thema Multimedia-Design: Ob HBB TV, App-Entwicklungen oder SRF Homepage - Designentwicklung ist stark gefragt.
Welche Sendung erfährt als nächste eine Auffrischung?
Wir erarbeiten derzeit den neuen Look von SRF Meteo, insbesondere die Grafiken fürs Web werden moderner und interaktiver. Weiter wird 2014 mit den Olympischen Spielen in Sotschi und der Fussball-WM in Brasilien ja ein grosses Sportjahr. Wir arbeiten deshalb unter Hochdruck an den Signeten, Trailern und Songs.
Wie stark beschäftigen Sie sich mit den Outfits und Frisuren der Moderatoren?
Ich habe ein sehr kompetentes Mode- und Styling-Team, ebenso verfügen wir über eine exzellente Maske. Wir besprechen mehrmals im Jahr die grosse Linie, für einzelne Sendungen sehe ich die Vorschläge nur selten.
Hervorragend sind viele der akustischen Signete. Vor allem die Kultursendungen wirken wie aus einem Guss. Schenken Sie der Musik besondere Beachtung?
Herzlichen Dank, das freut mich sehr. Die Wirkung von Musik wird oftmals unterschätzt. Ich lege sehr viel Wert auf Qualität in der Komposition und Umsetzung. Die neue Musik für die Sendung "Rendez-vous" auf Radio SRF zum Beispiel werden wir zum Beispiel mit einem Schweizer Orchester einspielen.
Interview: Adrian Schräder//Bilder: Annina Frey: Screenshot SRF/Porträt Heft: Copyright SRF, Markus Bertschi