Die Lüdin AG, Eigentümerin der bz, wird ihre Zeitung in die Schwestergesellschaft "Basellandschaftliche Zeitung AG" ausgliedern. Mathis Lüdin wird wie bisher Verleger, Geschäftsführer und Mitglied des Verwaltungsrates sein. Die Lüdin AG wird unter seiner Führung für das Druckgeschäft und den Handel (Papeterie, Foto und Buchhandel) verantwortlich zeichnen. Die bz wird weiterhin bei der Lüdin AG gedruckt.
"Dank der Partnerschaft erhalten wir Zugang zum nationalen Inseratemarkt. Wir glauben, dass wir damit unsere Zeitung für die Zukunft stärken und sichern können", sagt Lüdin auf Anfrage von "persoenlich.com". Durch die Kooperation bleibe dem Kanton Basel-Landschaft eine eigenständige, publizistische Stimme erhalten. Lüdin: "Wir retten mit dieser Partnerschaft möglichst viel Autonomie für die bz."
Bislang war die bz stets als Übernahmekandidat der Basler Zeitung (baz) gehandelt worden. Lüdin hat jedoch ein entsprechendes Angebot von der baz ausgeschlagen. "Eine Partnerschaft mit der baz wäre problematisch gewesen. Weil sich die baz und die bz im Leser- und Inseratemarkt stark überschneiden, hätten wir mit Verlusten rechnen müssen", begründet Lüdin. Er glaubt, dass die Wahrung der Eigenständigkeit bei einer Anlehnung der bz an die baz viel schwieriger zu erhalten gewesen wäre. Mit einem Mantel der baz wäre der Region Basel zudem eine zweite Stimme verloren gegangen, so Lüdin. Er erachtet die Kooperationslösung mit der MZ auch als einen Beitrag zur Erhaltung der Medienvielfalt in der Region.
Die bz will nun ihre redaktionellen Ressourcen auf die Qualität ihrer Kantonal- und Regionalberichterstattung konzentrieren und weiter ausbauen. In Redaktion, Verlag und Druckvorstufe sind 37 Mitarbeitende beschäftigt, welche in die Basellandschaftliche Zeitung AG übertreten werden. Sie werden dazu beitragen, die Zukunft des Unternehmens und auch Arbeitsplätze zu sichern. Für die Umsetzung dieser Kooperation sind keine Entlassungen vorgesehen.
Die MZ wird mit dem neuen Partner bz neu eine Auflage von 212'813 Exemplaren und 450'000 Lesern aufweisen -- am Mittwoch mit Grossauflage der bz sind es rund 270'000 Exemplare und 500'000 Leser. Im nationalen, regionalen und kantonalen Anzeigenmarkt arbeiten bz und AZ/MZ mit der Publicitas zusammen.
Die baz will auf die "folgenschweren Veränderung der Medienlandschaft in der Nordwestschweiz" "rasch und effizient" reagieren. "Entsprechende Konzepte liegen vor", schrieb die baz heute in einem Communiqué. Sie sieht die Eigenständigkeit der Berichterstattung im Verbreitungsgebiet der bz durch die neue Situation in höchstem Masse gefährdet und ist überzeugt, dass eine langfristige Sicherung der publizistischen und kommerziellen Eigenständigkeit der bz nur in einem regional inspirierten Kooperationsmodell möglich wäre. (dv)
Matthias Hagemann: "Wir stellen uns auf einen sehr harten Kampf ein": http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=59214
Peter Wanner: "Wir suchen das Gespräch mit der baz": http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=59226