Anteil an NZZ-Regionalzeitungen angeblich Blocher angeboten

Freie Presse Holding - Publigroupe soll mit dem vermögenden SVP-Politiker verhandelt haben.

Der Medienkonzern Publigroupe suchte beim angestrebten Verkauf seiner 25-Prozent-Beteiligung an der Freien Presse Holding angeblich den Kontakt zur Medienvielfalt-Holding ("Basler Zeitung"). Dies berichtet die Zeitung "Schweiz am Sonntag". Die "Neue Luzerner Zeitung" und das "St. Galler Tagblatt" gehören der Freien Presse Holding, die ihrerseits von der NZZ-Gruppe (zu 75 Prozent) und vom Medienkonzern Publigroupe (zu 25 Prozent) kontrolliert wird. Die Grossaktionärin Publigroupe möchte ihren 25-Prozent-Anteil loswerden. Davon erhofft sie sich 50 Millionen Franken.

Gemäss den Quellen der Zeitung ist die Publigroupe im Verkaufsprozess auf die BaZ-Eigentümerin Medienvielfalt-Holding zugegangen – über einen Mittelsmann und unter höchster Geheimhaltung. Ein Direktkontakt des Publigroupe-Managements mit den Vertretern der Medienvielfalt-Holding wäre "zu heikel" gewesen, hiess es. Hinter der Medienvielfalt-Holding steht der Tessiner Financier Tito Tettamanti, der in Basel eng mit BaZ-Verwaltungsrat Christoph Blocher kooperiert. Doch die Medienvielfalt-Holding zeigte sich wenig interessiert. Denn sie könnte bei der Freien Presse Holding in der jetzigen Konstellation kaum etwas bewegen.

Das Sagen hätte allein die NZZ-Gruppe mit ihrer 75-Prozent-Beteiligung. Branchenkenner gehen der Zeitung davon aus, dass letztlich die NZZ-Gruppe nolens volens den Publigroupe-Anteil kauft. Sie hat ein Vorkaufsrecht. Doch 50 Millionen Franken sind viel Geld für eine Beteiligung, die nur noch wenig Gewinn abwirft. Die Avancen der Publigroupe bei der Medienviefalt-Holding könnten vor diesem Hintergrund vor allem dazu dienen, den Preis für die Beteiligung in die Höhe zu treiben. (Schweiz am Sonntag)