Anuschka Roshani wieder Teil der Redaktion

Tamedia - Die Journalistin zeichnet wieder Artikel für Das Magazin. Sie kämpfte erfolgreich gegen ihre Kündigung, die sie 2022 nach Mobbingvorwürfen gegen ihren Vorgesetzten erhalten hatte.

von Sandra Porchet

Nach einem solchen Streit hätte man denken können, dass kein Zurück möglich war. Nun ist Anuschka Roshani aber wieder Teil der Redaktion von Das Magazin, wie dem Impressum der Tamedia-Zeitschrift zu entnehmen ist. Sie zeichnet aktuell ein dreiteiliges Interview mit einer Altersforscherin. 

Zur Erinnerung: Tamedia hatte die Journalistin im September 2022 entlassen. Zuvor hatte Roshani ihrem Vorgesetzten sexuelle Belästigung und Mobbing vorgeworfen. Die Vorwürfe machte sie wenige Monate nach ihrer Kündigung im Spiegel öffentlich. Der damalige Chefredaktor des Magazins soll sie unter anderem als «Pfarrersmätresse» und «Ungefickte» bezeichnet haben. Tamedia hatte den Chefredaktor noch vor Roshani entlassen.

Die Publikation im Spiegel zwang Tamedia dazu, öffentlich zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Das Medienhaus ging auch rechtlich gegen den Artikel vor (persoenlich.com berichtete). Teile davon mussten entfernt werden.

Urteil rechtskräftig

Roshani klagte ihrerseits gegen ihre Kündigung. Das Zürcher Obergericht hob die Kündigung im August auf. Die Kündigung sei widerrechtlich gewesen, da diese sich aufgrund des Gleichstellungsgesetzes in der Phase des Kündigungsschutzes befunden habe.

Konkret bedeutete dies, dass das Arbeitsverhältnis mit Tamedia weiterhin bestand und Roshani sowohl Lohnansprüche als auch einen Anspruch auf weitere Beschäftigung hatte. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig, wie Tamedia auf Anfrage von persoenlich.com bestätigt.

Roshani ist also zurück bei Das Magazin, wo sie 2002 angefangen hatte zu arbeiten. In einer internen Mitteilung, die das Portal Inside Paradeplatz veröffentlichte, bat Tages-Anzeiger-Chefredaktorin Raphaela Birrer darum, «Anuschka bei der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit zu unterstützen».

Welche Gründe sie dazu bewegt haben, zu Tamedia zurückzugehen, und wie es sich anfühlt, zurück zu sein? Dazu wollte sich Roshani gegenüber persoenlich.com nicht äussern. Sie liess über die Medienstelle ausrichten: «Aktuell gibt es keinen Bedarf für eine öffentliche Stellungnahme». Auch Tamedia wollte keine Stellung nehmen.