Die britische "Times" macht ihr Archiv aus den letzten 200 Jahren in digitaler Form der Öffentlichkeit zugänglich. Interessierte finden auf der Webseite der Zeitung http://www.timesonline.co.uk über 20 Mio. Artikel. Die Times-Bestände wurden bis auf einige wenige beschädigte Ausgaben fast vollständig digitalisiert. Um die ursprüngliche Erscheinungsform der Beiträge in möglichst nutzerfreundlicher Art und Weise auf die heute gängige Darstellung im Netz zu übertragen, musste das Format eines Grossteils der Bestände geändert und angepasst werden. Wie die Zeitung Guardian berichtet, soll dessen Nutzug bis auf weiteres kostenfrei möglich sein.
Die umfassenden Bestände aus den letzten beiden Jahrhunderten hätten einen unbezahlbaren historischen Wert, erklärt Anne Spackman, Chefredakteurin der Online-Abteilung der Times. Die Zahl derjenigen, die im Internet auf persönliche Ahnensuche gehen, sei gross. Aber auch für die wissenschaftliche Geschichts- und Kriegsforschung sei das Times-Archiv eine unglaublich wertvolle Anlaufstelle mit fundiert recherchierten Informationen.
In den veröffentlichten Archivbeständen der Times finden sich beispielsweise historische Highlights wie die Berichterstattung über die Schlacht von Waterloo, die ersten Gefangenentransporte nach Australien oder die öffentliche Hinrichtung per Guillotine der französischen Königin Marie Antoinette. Andere Artikel behandeln die Weltausstellung in London im Jahr 1851, die Jack-the-Ripper-Mordserie von 1888 oder Amelia Earharts Soloflug über den Atlantik von 1932. Zudem enthalten sind auch Leserbriefe an den Herausgeber, Fotografien und Werbeanzeigen. Alle Beiträge wurden dabei so nahe wie möglich der ursprünglichen Erscheinungsform in der Printausgabe der Times nachempfunden. Über die Kosten des Digitalisierungs-Projekts will sich Spackmann nicht näher äussern. (pte)