Am Dienstag hat SRF-Direktorin Nathalie Wappler ein umfassendes Sparprogramm vorgestellt (persoenlich.com berichtete). Mehrere Sendungen werden aus dem Programm gekippt – darunter mit «Zwischenhalt» und Blickpunkt Religion» gleich zwei aus dem Bereich Religion und Glaube.
«Frau Wappler spart mit diesem Entscheid ganz klar am falschen Ort», sagt Simon Spengler, Leiter Kommunikation der katholischen Kirche im Kanton Zürich, gegenüber dem Blick. Dass der Sender Gottesdienste weiter übertragen wolle, sei zwar gut. Dass aber Gefässe, in denen der Sender selbst journalistische Leistungen erbringen müsse, in Zukunft gestrichen würden, halte er für einen Fehlentscheid. Damit würden Stellen von Journalisten abgebaut, die wirklich eine Ahnung von Religion hätten.
Auch EVP-Nationalrätin und -Präsidentin Marianne Streiff-Feller übt Kritik: «Ich bin sprachlos und finde es erschreckend, dass man den Bereich Religion im SRF auf diese Weise abschneidet und streicht», sagt sie dem Blick. Ein staatliches Fernsehen müsse doch die ganze Bandbreite eines Angebots abdecken. In diesen Sendungen werde ja nicht missioniert, sondern es werde die Auseinandersetzung mit Werten gefördert.
An der Medienkonferenz am Dienstag wurde Wappler von Journalisten zum Entscheid gelöchert. Wapplers Antwort: «Wir haben uns dazu entschieden, weil wir nach wie vor ein vielfältiges Religionsangebot haben. Wir haben die grösste Fachredaktion für Religion». (wid)