Aserbeidschan fordert Entschuldigung

Schweizer Monat - Die Regierung in Baku erklärt den Chefredaktor und andere Redaktionsmitglieder des Magazins zu personae non gratae, weil sie ohne Bewilligung in aserbeidschanisches Gebiet eingereist sind. Grund ist eine Artikelserie über eine umstrittene Region zwischen Armenien und Aserbeidschan.

Der Chefredaktor des Schweizer Monats, Ronnie Grob, hat kürzlich einen Brief der aserbeidschanischen Botschafterin aus Bern erhalten, indem er und andere Redaktionsmitglieder wegen der Einreise in aserbeidschanischen Gebiets ohne Bewilligung zu «nicht mehr gedulden Personen» erklärt wurden. Ausserdem könnte ein Strafverfahren gegen die Journalisten eingeleitet werden. Dies schreibt die NZZ am Sonntag.

Grund dafür ist eine Reportage über das umstrittene Gebiet Nagorni Karabach. Die Region ist Teil eines Konfliktes zwischen Armenien und Aserbeidschan. In dem 34-seitigen Dossier, erschienen in der Septemberausgabe des Schweizer Monats, analysierten die Journalisten die politische und wirtschaftliche Lage und führten ein Interview mit dem Präsidenten des Gebiets.

Die aserbeidschanische Botschafterin in der Schweiz fordert von den Redaktionsmitgliedern eine schriftliche Entschuldigung, das die «territoriale Integrität Aserbeidschans» bekräftige. Ausserdem müsse das Dossier über Nagorni Karabach gelöscht werden. Grob will davon aber nichts wissen: «Es gibt nichts, wofür wir uns entschuldigen müssen», sagte er gegenüber der NZZ am Sonntag. (pd/lol)