Das Solothurner Verlagshaus Vogt-Schild ist auch im turbulenten Jahr 2003 nicht aus den roten Zahlen gekommen. Der Reinverlust konnte aber immerhin um 14.9 Prozent auf 2.5 Mio. Fr. reduziert werden. Gleichzeitig schrumpfte der Umsatz um 6 Prozent auf 81.8 Mio. Franken, wie Unternehmenschef Christian Müller in der von der Vogt- Schild-Gruppe herausgegebenen Solothurner Zeitung in einem Interview (Samstagsausgabe) sagte. Der Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen habe um 12.8 Prozent auf 4.5 Mio. Fr. zugenommen.
Die Zahl der Beschäftigten nahm innert Jahresfrist von 416 auf 386 ab, zum grössten Teil über natürlich Abgänge, wie Müller sagte. Die Mediengruppe ist seit knapp zweieinhalb Jahren Partner im Kooperationsverbund Mittelland Zeitung, der auch die Aargauer Zeitung angehört. Die Mittelland Zeitung habe sich in jeder Hinsicht als gutes Konzept erwiesen.
Keine Blumen für die Konkurrenz
Kaum gespürt hat die Solothurner Zeitung nach den Angaben von Müller die neue Konkurrenz des Solothurner Tagblatts, die von der EspaceMedia-Gruppe der Berner Zeitung herausgegeben wird. Im Inseratemarkt sei das Tagblatt im Moment kein Problem. Und bezüglich Leserzahlen bezweifelt Müller die Erfolgsmeldungen der Konkurrenz. Die Abonnentenzahl der Solothurner Zeitung habe nämlich 2003 nur um etwa 1 Prozent abgenommen, "womit wir deutlich besser abgeschnitten haben als der Durchschnitt der Schweizer Tageszeitungen".
Eklat im letzten Sommer
Müller ist seit letztem September Chef der Vogt-Schild-Gruppe. Zuvor war es zum Eklat gekommen, als Verwaltungsratspräsident Rudolf Rentsch und drei Verwaltungräte zurücktraten wegen Differenzen mit der Mehrheitsaktionärin. Die zurückgetretenen Verwaltungsräte waren Vertreter der Mehrheitsaktionärin, der "Gottlieb und Hans Vogt-Stiftung Solothurn". An einer ausserordentlichen Generalversammlung wurde dann neben zwei weiteren neuen Vertretern der Mehrheitsaktionärin der Solothurner Wirtschaftsanwalt Fritz Schuhmacher als neuer Präsident gewählt.