Auch BBC hat Eintrag "verschönert"

Wikipedia - Angeblich kritischen Artikel entschärft.

Und wieder gelangt Wikipedia in die Schlagzeilen. Diesmal, weil der britische öffentlich-rechtliche Sender BBC angeblich kritische Einträge in der Online-Enzyklopädie verschönert haben soll. Das berichtet die Zeitung "The Independent". Auch andere einflussreiche Stellen wie der Vatikan, die CIA, verschiedene Unternehmen und britische Ministerien hätten Artikel editiert, die sie selbst betreffen.

Gemäss "The Independent" habe BBC ein Artikel im englischen Wikipedia mit dem Titel "Kritik an der BBC" umgeschrieben und entschärft. So sei der Vorwurf, die BBC hätte den Bezug zu grossen Teilen der Bevölkerung verloren und würde Personen, die dem Unternehmen nicht gefallen, zensurieren, kurzerhand umgeschrieben worden.

Der kritische Absatz sei durch einen anderen kürzeren Absatz ersetzt worden, in welchem neu zu lesen war, der Artikel befasse sich mit dem Thema der Unparteilichkeit. Zu diesen Vorwürfen meinte ein BBC-Sprecher, dass die Mitarbeiter das Internet nutzen sollen, aber in einer Weise, die den Werten der Sorgfalt und Objektivität entspricht.

Das Programm Wikiscanner des US-amerikanischen Computerexperten Virgil Griffith macht es erst seit kurzem möglich, Änderungen in dem Open-Source Projekt durch die IP-Adresse zurückzuverfolgen. Dabei zeigte sich, dass einige Einträge auch von jenen Organisationen geändert werden, die in diesen thematisiert werden. Oft wird dabei Kritik entschärft, manchmal werden jedoch auch nur Fehler korrigiert, was ja dem ursprünglichen Sinn des Online-Nachschlagewerks entspricht. (pte)