Auch Bischof Huonder kritisiert Medien

Chur - Folgen für die Opfer nicht bedacht.

Auch der Churer Bischof Vitus Huonder kritisiert den Umgang der Medien mit Priestern unter Pädophilieverdacht. Die Art, wie das Problem aufgegriffen worden sei, sei nicht angebracht. Vor Huonder hatte bereits Bernard Genoud, der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, die Medien für ihren Umgang mit dem Thema kritisiert. Huonder doppelte nun in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" nach: Die diskutierten Fälle lägen bereits Jahre zurück. Sie seien aufgewärmt worden, ohne die Folgen für die Opfer zu bedenken.

Man müsse sehen, dass solche Fälle früher -- und nicht nur in der Kirche -- anders gehandhabt wurden als heute, sagte Huonder. Die Bevölkerung sei generell noch nicht so stark sensibilisiert gewesen. Aus heutiger Sicht habe man damals sicher Fehler begangen, räumte Huonder ein. Aber nicht nur auf kirchlicher Seite, auch in den Schulen. Und bis heute auch in den Familien. Schade sei auch, dass es heute kaum mehr möglich sei, einen unverkrampften Umgang mit Kindern zu leben.