Urs Mannhart, Schriftsteller und Mitglied des Berufsverbands Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS, wird vorgeworfen, er habe sich in seinem neuesten Roman "Bergsteigen im Flachland" unrechtmässig aus Werken des Reporters Thomas Brunnsteiners bedient.
Dieser ging mit dem Vorwurf auf Plagiat gegen Urs Mannhart und den Secession-Verlag, der das Buch herausgab, vor Gericht. Die eigentliche Auseinandersetzung beginnt erst, aber es wurde für die Dauer des Prozesses ein provisorisches Verbot erteilt, wonach Urs Mannhart das Buch nicht mehr verkaufen oder daraus vorlesen darf (persoenlich.com berichtete).
Bereits heute zeigt sich laut Mitteilung für den AdS, dass Anlass zur Sorge besteht, ob Autorinnen und Autoren künftig das Recht behalten können, sich an Texten anderer zu inspirieren und sich an diese anzulehnen – dies sei eine bis anhin erlaubte literarische Technik und verletze das für die Schreibenden wichtige Urheberrecht nicht.
Daher hat der AdS am Donnerstag seine Mitglieder aufgerufen, mit ihrer Unterschrift Urs Mannhart ihre Solidarität zu bekunden und sich für das Recht auf freie literarische Inspiration aus Quellen anderer einzusetzen. Bisher haben laut AdS bereits rund 220 Autorinnen und Autoren, u.a. Peter Stamm, Zsuzsanna Gahse, Rolf Lappert, Johanna Lier, Iso Camartin oder Tim Krohn, unterzeichnet. Der Aufruf wird auch vom Verband Deutscher Schriftsteller VS sowie vom deutschen Bundesverband Junger Autoren BVjA unterstützt. (pd)