«Die Livekiste des Schweizer Fernsehens am 21. Juli 1969 war sensationell gut. Wie die Raumfahrt hat das Fernsehen seit 1969 jedoch erstaunlicherweise eher Rückschritte gemacht», schreibt Stephan Klapproth in seiner Medienkolumne in der «NZZ am Sonntag». Vor allem die beiden Talking Heads, Moderator Charles Raedersdorf und Mathematiker Bruno Stanek, hätten die Livesendung zum Erlebnis gemacht. «Das Publikum sah eine Nacht lang vorab kluge Welt(raum)-Erklärer im Studio. Keiner, der damals zuschaute, hat Staneks Blick und Tonfall vergessen», so Klapproth.
Eigentlich wäre der 50. Jahrestag der Mondlandung eine schöne Gelegenheit gewesen, diese Sendung am Wochenende erneut auszustrahlen. Doch das ist unmöglich, denn das Material wurde gelöscht. Die Bänder wurden aus Kostengründen überspielt, wie der «Sonntagsblick» berichtet. «Die Aufzeichnungsbänder waren damals sehr teuer, weshalb das Band mit der Eigenproduktionssendung der Mondlandung später wieder überspielt worden ist», bestätigt eine SRF-Sprecherin gegenüber dem SoBli.
Für Moderator Raedersdorf handelt es sich um einen «immensen Schaden». Im Sobli sagt er: «Hier wurde wichtiges Kulturgut zerstört. Die jüngere Generation weiss über die Mondlandung ja kaum noch Bescheid. Es käme ja schliesslich auch niemandem in den Sinn, die Schlacht von Morgarten aus den Archiven zu verbannen».
Nicht nur SRF, auch ORF und BBC hatten ihre historischen Aufnahmen von der Übertragung der Mondlandung gelöscht, respektive überspielt. (eh)