Aufruf an Erziehungsdirektoren für Moratorium

Rechtschreiberefom - "Echte Anhörung" gefordert.

Eine Gruppe von Schweizer Gymnasiallehrkräften ruft die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) zu einem Moratorium bei der 1996 eingeleiteten Rechtschreibereform auf. Lanciert wurde der Aufruf vom "Arbeitskreis Ortographie" St. Gallen und vom Verein "Sprachkreis Deutsch" in Bern. Zu den Erstunterzeichnern gehören neben acht Mittelschulehrern der Schriftsteller Adolf Muschg und der Basler Sprachwissenschafter Rudolf Wachter, wie die Organisationen am Dienstag mitteilten.

Die EDK wird in dem Schreiben dazu aufgefordert, zur Reform "eine echte Anhörung durchzuführen". Die Regeln von 1996 dürften erst nach einer gründlichen Prüfung verbindlich werden. Diese dürfe nicht von der mit der Umsetzung der Rechtschreibereform betrauten Reformkommission durchgeführt werden. Der Kommission und ihrem Beirat werfen die Unterzeichner des Aufrufs wirtschaftliche Verflechtungen mit den Interessen der Wörterbuchverlage vor.