Aufstand der Aktionäre

Freunde der NZZ - Die Aktionärsgruppe beantragt Änderungen im Verwaltungsrat.

Die Aktionärsgruppe «Freunde der NZZ» strebt gemäss der neuen Handelszeitung Änderungen im Verwaltungsrat der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) an. Die Aktionärsgruppe um Erhard Lee, Oliver Benz und Edwin van der Geest, die  über 10 Prozent des Aktienkapitals vereint, beantragt zuhanden der Generalversammlung vom 11. April die Einführung einer einjährigen Amtszeit für die Verwaltungsräte. Bis dato müssen NZZ-Verwaltungsräte alle 4 Jahre zur Wiederwahl antreten. Der NZZ-Verwaltungsrat lehnt diesen Antrag zur Statutenänderung aus Aktionärskreisen ab. Das geltende Modell mit den gestaffelten vierjährigen Amtszeiten habe den Vorteil, «dass es eine regelmässige Erneuerung bei gleichzeitiger Konstanz erlaubt, was dem Verwaltungsrat ermöglicht, gemeinsam eine langfristige Sichtweise zu entwickeln», heisst es im Aktionärsbrief.

Der Antrag der «Freunde der NZZ» sorgt für Unruhe im Strategiegremium. Aktuell stehen drei Verwaltungsräte – Präsident Etienne Jornod, Christoph Schmid, Bernd Kundrun – zur Wiederwahl an. Bei Annahme der einjährigen Amtszeit müsste der Verwaltungsrat in Corpore zur Wiederwahl antreten. Für einige Verwaltungsräte könnte es eng werden. Investorin Carolina Müller-Möhl wurde 2014 mit 55 Prozent der Stimmen wiedergewählt, Dominique von Matt holte 99 Prozent. Weitgehend unbestritten ist Präsident Jornod, der sich als Unternehmer bei Galenica profiliert hat. Fakt ist aber, dass im Gremium verlegerisches und publizistisches Know-how fast komplett fehlt. Zudem haben die Wirren rund um die Absetzung von Chefredaktor Markus Spillmann und den als Nachfolger gehandelten Blocher-Intimus Markus Somm Ende 2014 der Reputation des NZZ-Verwaltungsrates massiv geschadet. (ma)

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