Aus für die Printversion des Gratisblatts

Rigi Anzeiger - Der «Rigi Anzeiger», eine Gratis-Wochenzeitung in der Innerschweiz, erscheint am Freitag ein letztes Mal in gedruckter Form. Die Zukunft der fünf Mitarbeitenden ist ungewiss.

Ein weiteres Blatt fällt der Printmedienkrise zum Opfer: Am Freitag erhalten die Leserinnen und Leser aus den Kantonen Luzern, Schwyz und Zug die letzte gedruckte Ausgabe. «Wir bedauern sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir aus wirtschaftlichen Gründen infolge signifikanten Rückgangs beim Inseraten-Umsatz die Printausgabe des ‹Rigi Anzeiger› nach 54 Jahren vorübergehend einstellen», teilt Verleger und Herausgeber Roland Gerber auf rigianzeiger.ch mit.

Enormer Rückgang bei Inseraten

Es gehe seiner Wochenzeitung wie vielen Printerzeugnissen in der Schweiz, erklärt Gerber gegenüber «Zentralplus»: «Der Inseraterückgang ist enorm.» Auch der «Rigi Anzeiger» habe den Konkurs der Werbevermarkterin Publicitas zu spüren bekommen. Seit Mai seien die Einnahmen seiner Gratiszeitung komplett zusammengebrochen, wird der Verleger zitiert.

Vorsorglich hat sich der Verlagsmanager laut «Zentralplus» in den letzten Tagen entschlossen, schnell die Bremse zu ziehen und die Mitarbeitenden zu informieren. Wie es weitergeht, ist noch unklar: «Verlag und Redaktion setzen alles daran, die aktuelle Liquiditäts-Krise wieder in den Griff zu bekommen», heisst es auf rigianzeiger.ch.

Vorübergehend bleibt Online-Version

Den «Rigi Anzeiger» wird es gemäss Website «vorübergehend» noch online geben. Obwohl der Druck und der Vertrieb die teuersten Posten im Zeitungsgeschäft seien, ist Gerber nur bedingt optimistisch: «Im Internet können wir wohl kaum mehr viel Geld generieren», sagt er zu «Zentralplus». Weiter hat der Verleger Bedenken, ob seine eher ältere Leserschaft seinem Produkt ins Internet folgen werde. Er würde liebend gerne noch ein paar Jahre täglich für sein Blatt ins Büro gehen, wird der 74-Jährige zitiert.

Gerber beschäftigt in Inwil fünf Mitarbeitende, die sich drei Vollzeitstellen teilen. Seine Angestellten möchte er unbedingt behalten, «aber da sind wir jetzt mit der Detailplanung in Gesprächen», so Gerber zu «Zentralplus». (as)