Die SRG will den Wiederholungskanal SF info ausbauen. So sollen künftig auch Live-Sendungen gezeigt werden, wie die NZZ am Sonntag berichtet. Obendrein soll das bisher gültige Sponsoring- und Werbeverbot für SF info fallen. Am kommenden Mittwoch will der Bundesrat über die neue Konzession entscheiden.
Gemäss der neuen SRG-Konzession dürfte SF info "Ereignisse von nationaler Bedeutung" live ausstrahlen. In einem erläuternden Dokument erwähnt das Departement Leuenberger in diesem Zusammenhang "das World Economic Forum in Davos, Parlamentsdebatten im Bundeshaus oder wichtige Sportereignisse".
SF info war 1999 zunächst im Raum Zürich als Feldversuch gestartet worden, um dem Schweizer Fernsehen und dem Verlegerfernsehen Presse TV zu ermöglichen, Informationssendungen wiederholt auszustrahlen. 2001 wurde das Wiederholungsprogramm auf die ganze Deutschschweiz ausgeweitet. Nun soll ein weiterer Ausbauschritt folgen.
Laut NZZaS kritisieren private TV-Veranstalter die Pläne der SRG scharf. Befürchtet wird, dass SF info damit zu einem "vollwertigen Sender" umfunktioniert werde. Vom ursprünglich definierten Zweck des Kanals beabsichtige man sich zusehends zu entfernen. Es gebe überdies keinen Anlass, das Sponsoring- und Werbeverbot für SF info fallenzulassen.
SRG-Sprecher Daniel Steiner erklärt dagegen gegenüber der NZZaS, SF info werde "auch mit der neuen Konzession ein Informationskanal bleiben und nicht zu einem dritten Kanal ausgebaut". Die SRG-Vermarkterin Publisuisse soll laut dem Bericht indessen bereits Werbung für SF info verkaufen.