Pokern entwickelt sich im US-TV zu einem wahren Quoten-Hit. Übertragungen auf dem Sportkanal ESPN fahren ausserordentlich hohe Zuschauerquoten ein. Die Begründung für das rege Interesse liegt laut New York Times (NYT) in der Verbreitung des Kartenspiels in der US-Bevölkerung und bei den verwendeten hohen Geldsummen.
Das Zugpferd der Poker-Bewegung in den USA ist die seit Anfang Juni in Las Vegas stattfindende "World Series of Poker", die laut ESPN Vize-Präsidenten Mike Shapiro ohne die Coverage des Sportsenders eine "sterbende Marke" wäre.
Aber nicht nur der Sportkanal will sich mit den Lorbeeren über die Neuinszenierung und dem damit verbundenen Erfolg des Kartenspiels im TV schmücken. Auch WPT Enterprises rühmt sich als der Neu-Erfinder der World Series zu fungieren. Vor allem für das Fernsehen wollen die Verantwortlichen bei WPT das Pokern neu erfunden haben. ESPN sei zwar ein grossartiger Sender, würde jedoch nur das vorgelegte Format benutzen.
Wie viel ESPN aktuell für die Übertragungsrechte bezahlt, ist unbekannt. WPT soll im vergangenen Jahr für TV-Rechte vom damaligen Broadcaster Travel Channel an die zehn Mio. Dollar erhalten haben. Bei ESPN sind die Quoten im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent in die Höhe geschnellt. Shapiro ist der Meinung, dass das Kartenspiel keine Altersgrenze kennen würde.
Die Zielgruppe seien auch nicht die Poker-Aficionados sondern Amateur-Spieler. Die World Series nennt der ESPN-Vize auch als einzige Marke, die eine beträchtliche Zuseheranzahl Woche für Woche vor die Bildschirme locken würde.
Die Attraktivität des Poker-Spiels für TV-Übertragungen liegt im Aufbau der Dramaturgie. Live-Übertragungen sind rar und die Berichterstattung findet meist Monate nach den Bewerben statt. Dies ermöglicht jedoch das Entfernen langweiliger Szenen und die richtige Inszenierung der Highlights.